Auszeichnung Fackelbrand ist Immaterielles Kulturerbe

Frank Wenig, Thomas Mieling, Andreas Raddatz und Kulturstaatssekretärin Tina Beer (von links) bei der Urkundenübergabe am vergangenen Dienstag in Erfurt. Foto: TSK

Jetzt ist es amtlich: Der Schweinaer Fackelbrand gehört zum Immateriellen Kulturerbe in Thüringen. Thomas Mieling, Andreas Raddatz und Frank Wenig nahmen die Auszeichnung in Erfurt entgegen.

Der Aufnahme in das Landesverzeichnis waren arbeitsreiche acht Monate vorausgegangen. Die Arbeitsgruppe Fackelbrand, bestehend aus dem Fackelbrandbeauftragten und Schweinaer Ortsteilbürgermeister Thomas Mieling, Dr. Eike Biedermann, Frank Wenig und dem Ortschronisten Andreas Raddatz, bearbeitete die umfangreichen Bewerbungsunterlagen mit reichlich Akribie und Fachwissen.

Sehr knifflig war für die Fackelkenner das Auswählen der begrenzten Anzahl Bilder des Fackelbrandes – sollten diese doch auch den Laien das Brauchtum erklärend nahebringen. Die Arbeitsgruppe sei Juliane Stückrad, Leiterin der Volkskundlichen Beratungsstelle Hohenfelden, für ihre Unterstützung und angenehme Zusammenarbeit sehr dankbar, so Mieling. Mit der Aufnahme in die Liste ende die Arbeit nicht, die Arbeitsgruppe werde sich weiter mit dem Brauch befassen, Quellen und Fotos zusammentragen und arbeite an einer größeren Zusammenfassung.

Ortsteilbürgermeister Thomas Mieling macht auf die Verantwortung aufmerksam, die mit der Auszeichnung einhergeht: „Diese Auszeichnung ist Dank und Wertschätzung aller, welche den Brauch des Fackelbrennens über die Jahrhunderte gelebt und an die nächsten Generationen weitergegeben haben. Für die Akteure von heute ist sie Ansporn und Verpflichtung zugleich, ihr Wissen und Können um den Fackelbrauch auch an die Jugend weiterzugeben. Der weihnachtliche Fackelbrand zu Schweina ist nicht nur für den Heiligabend von großer Bedeutung. Er entfaltet darüber hinaus im gesellschaftlichen Leben der Bewohner immer wieder eine zusätzliche, ganz besondere heimatverbundene und lang anhaltende Wirkung.“

Das neu geschaffene Landesverzeichnis Immaterielles Kulturerbe Thüringen bildet regional bedeutende Kulturformen ab. Neben „Brehms Welt“ und „Fröbels Kindergartenidee“ wurden aus der aktuellen Ausschreibungsrunde im Frühjahr dieses Jahres fünf weitere Kulturformen in das neue Landesverzeichnis aufgenommen. Aktuell beinhaltet es elf Kulturformen, die im Internet unter www.staatskanzlei-thueringen.de/arbeitsfelder/kultur/immaterielles-kulturerbe abrufbar sind.

Auf Bundesebene bewertet ein unabhängiges Expertengremium die Vorschläge der Bundesländer. Basierend auf dessen Empfehlungen entscheiden Kulturministerkonferenz und Kulturstaatsministerin Claudia Roth schließlich, welche Anträge in das bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe aufgenommen werden. Mit einer Entscheidung ist Anfang 2023 zu rechnen.

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