Ausverkauftes Konzert in Stuttgart „Free Palestine“ – Post von Rapperin Nura stößt auf Gegenwehr

Vinzenz Kuntze
Rapperin Nura entschuldigt sich für ihren „Free Palestine“- Beitrag. (Archivbild) Foto: 7aktuell.de/David M. Skiba

Die Rapperin Nura steht derzeit aufgrund eines Posts mit der Botschaft „Free Palestine“ in der Kritik. Wird ihr Auftritt in Stuttgart am Donnerstag trotzdem stattfinden?

 
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„Ihr seid kein Teil meiner Kultur, deshalb könnt ihr nicht relaten“ – heißt es in dem neuen Song „Fubu“ der Rapperin Nura. Dieser macht derzeit allerdings nicht aufgrund der lyrischen Ausarbeitung Schlagzeilen, sondern wegen eines Ausschnitts davon in einer Instagram-Story von Nura, in dem „Free Palestine“ zu lesen ist. „Free Palestine“ ist eine Sympathiebekundung für die palästinensische Befreiungsbewegung.

In der Story zu sehen: Nura und ihre Gang mit einem Basketballkorb im Hintergrund auf dem „Free Palestine“ geschrieben steht. Da Nura Habib Omer dies einen Tag nach den brutalen Angriffen der Hamas auf Israel postete, wurde dieser Slogan von vielen Social-Media-Nutzerinnen und Nutzern als Unterstützung für die Hamas gewertet. Der Sender ProSieben sagte nach diesem Beitrag einen geplanten Auftritt von Nura am Mittwochabend in der Fernsehshow „Late Night Berlin“ ab.

Bei dem Bild aus der umstrittenen Story handelte es sich um einen Screenshot aus dem Musikvideo zu dem oben erwähnten Song „Fubu“. Das Video ist inzwischen nicht mehr abrufbar. Eigentlich ist die Rapperin, Autorin und Schauspielerin mit 387 000 Instagram-Followern nicht nur ein Multitalent, sondern auch ein Publikumsliebling. Die mediale Reichweite wurde ihr allerdings jetzt zum Verhängnis.

Der Entschuldigungspost

Dass ihr Beitrag nach den schrecklichen Ereignissen in Israel für Konflikte sorgen würde, war absehbar. Mittlerweile hat sich Nura entschuldigt – wieder in Form einer Instagram-Story. Dort schrieb sie: „Mein Musikvideo kam vor den aktuellen Ereignissen, trotzdem tut es mir leid, wenn ich jemanden, der betroffen ist, damit verletzt habe“. Zu dem Vorwurf des schlechtgewählten Timings nahm sie keine Stellung. Geschrieben ist ihre Entschuldigung vor einem regenbogenfarbigen Hintergrund, was im gesellschaftlichen Kontext für Toleranz und Stolz steht.

Nuras Entschuldigungspost Foto: Instagram/Nura

Da es sich bei ihren Posts jeweils um eine Story handelte, fiel die direkte Kommentarfunktion in den Sozialen Medien weg. Das hinderte ihre Follower allerdings nicht daran, darüber zu diskutieren. Klare Worten fanden einige User unter ihrem letzten veröffentlichten Beitrag, der die aktuellen Ausschreitungen eigentlich gar nicht thematisiert. Dort stimmten ihr einige Follower zu, andere kritisierten sie und warfen ihr Antisemitismus vor.

Was bedeutet das für ihre Fans in Stuttgart?

Aktuell ist Nura auf einer Deutschlandtour, um ihr neues Album „Periodt“ vorzustellen. Chimperator, der Veranstalter ihres Konzertes im Stuttgarter Wizemann, weist auf Nachfrage unserer Zeitung auf Nuras Entschuldigungspost hin und nimmt nicht weiter Stellung zu der Thematik. Nuras ausverkaufter Auftritt am Donnerstagabend, 12. Oktober, findet also wohl wie geplant statt. Der Polizei Stuttgart ist die Aufregung um den Social Media-Post und die damit verbundenen Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Rapperin bekannt – sie schätzt das Risiko, das von dem Konzert ausgehen könnte, allerdings nicht als erhöht ein.

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