Ausstellung in Suhl Ostdeutsche Demokraten und das Grundgesetz

Eine Ausstellung in der Suhler Volkshochschule berichtet ab Donnerstag über ostdeutsche Demokraten in der Nachkriegszeit. Darunter sind auch einige aus Thüringen.

Das Grundgesetz. Foto: /dpa/Hendrik Schmidt

Während in der Bundesrepublik mit dem am 23. Mai 1949 verkündeten Grundgesetz der Grundstein für eine freiheitliche Demokratie gelegt wurde, errichtete die sowjetische Besatzungsmacht in ihrer Zone eine kommunistische Diktatur. Doch auch hier war der Wunsch nach Freiheit, Recht und Demokratie stark.

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Eine Ausstellung unter dem Titel „… denen mitzuwirken versagt war – Ostdeutsche Demokraten in der frühen Nachkriegszeit“ zeigt ab Donnerstag, 23. Mai, in der Suhler Volkshochschule in exemplarischen Geschichten von 30 mutigen Frauen und Männern, die sich nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone und frühen DDR trotz großer Risiken für einen demokratischen Neubeginn einsetzten – und dafür fast immer einen hohen Preis zahlen mussten. Ihr Engagement und ihr Schicksal werden jeweils mit den einschlägigen Grundrechtsartikeln verbunden. Unter den Beispielen finden sich auch einige Thüringen, wie der erste Ministerpräsident des Landes nach dem Krieg, Hermann Brill (SPD), der im heutigen Ilm-Kreis geboren wurde.

Die Ausstellung umfasst 20 Tafeln. Drei thematische Tafeln führen in den historischen Kontext, die Entstehung des Grundgesetzes und seiner Grundrechte sowie die parallele Errichtung einer kommunistischen Diktatur in Sowjetischen Besatzungszone/DDR ein. Auf den 15 biografischen Tafeln werden jeweils zwei Personen porträtiert, die sich dort im Zeitraum 1945 bis 1953 für Demokratie und Grundrechte eingesetzt haben. Jede Tafel enthält zudem einen QR-Code, der auf Begleitmaterialien im Internet verweist. Die Ausstellung richtet sich an alle, denen die Demokratiegeschichte und die Vermittlung demokratischer Werte am Herzen liegt.

Die Eröffnungsrede am Donnerstag um 18 Uhr in der VHS Suhl wird Anke Geier, Mitarbeiterin des Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, halten.