Ausstellung Erinnerungen werden wach

Jana Henn
Vor allem die Erinnerungsstücke mit einem Bezug zum Lebenslauf berühren die Besucher Foto: /Jana Henn

Im Fundus des Museums am Gradierwerk finden sich viele unterschiedliche Andenken – gesammelt werden vor allem Dinge mit lokalem Bezug. In der Ausstellung „Erinnerungsstücke“ werden sie nun präsentiert.

Bad Salzungen - „Erinnern und Sammeln werden in dieser Ausstellung zusammengebracht“, sagt Mu-seumsleiterin Ulrike Rönnecke. In Kurorten spielten Souvenirs eine besondere Rolle, möchte man sich doch gern an diese Zeit erinnern oder für Freunde und Familie ein Mitbringsel erwerben.

Zu Beginn habe es noch wenige und wertvolle Souvenirs gegeben. Später seien sie zur Massenware geworden. In der Ausstellung ist beides zu finden – zum einen Perlmuttbilder, aber auch kleine Würfelbecher. Darüber hinaus sind Porzellan und Plastikwaren zu sehen, wie sie in jedem Touristenort verkauft wurden. Die Aufkleber wurden entsprechend angepasst.

Erinnerungsstücke sind aber auch für Stadtjubiläen, Arbeiterfestspiele, Städtepartnerschaften oder prägende Orte entwickelt worden. In der Ausstellung werden Gläser, Taler oder Wimpel gezeigt. Zur 1200-Jahrfeier von Bad Salzungen wurden Bierhumpen als Präsent verkauft, zur 1225-Jahrfeier waren es dann Gläser. Auch die Maskottchen des Keltenbades gibt es hier zu sehen. Reiseandenken haben ebenso ihren Platz. Sie berichten beispielsweise von Reisen nach Asien oder Afrika.

Besonders berührend sind die Erinnerungsstücke mit Bezug zu Lebensläufen. Es gibt Präsente als Anerkennung für die langjährige Betriebszugehörigkeit zu sehen oder Teller, die zur Jugendweihe überreicht wurden.

Fast unscheinbar findet sich in einer kleinen runden Schachtel ein getrocknetes Edelweiß. Es erzählt die Geschichte einer Liebe, die in der Schweiz begann. Wie zu erfahren ist, mussten die Liebenden nach der Machtübernahme von Adolf Hitler ihre Heimat verlassen. Dieses Edelweiß blieb ihnen als Erinnerung daran. Oft wurden als ganz persönliche Erinnerungen Poesiealben oder Freundebücher aufbewahrt.

Teil der Ausstellung sind auch Sammelstücke. Die erstaunliche Palette reicht von A wie Ansichtskarte bis Z für Zigarettenbilder oder Zollstock. Ansichtskarten wurden anno dazumal in Bad Salzungen direkt im Mittelbau des Gradierwerks verkauft. In den Nischen bot der Burkhard-Verlag seine Karten an. Ein Anlaufpunkt für den Erwerb von Karten, Büchern und Souvenirs in Bad Salzungen war außerdem Scheermessers Hofbuchhandlung. Entlang der Bahnhofstraße und der Michaelisstraße fanden sich ebenfalls Läden, die Reiseliteratur, Ansichtskarten sowie Glas und Porzellan anboten.

Die Ausstellung „Erinnerungsstücke“ ist noch bis Montag, 14. Februar, zu sehen. Geöffnet ist täglich von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

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