Ausstellung Eisenbahn in zwölf Kisten

Annett Recknagel

13 Anlagen konnten zur Modelleisenbahnausstellung in der Tourist-Information Schmalkalden am Wochenende bestaunt werden.

Wenn sich Männer wieder in kleine Jungs verwandeln, dann wird es Weihnachten. Wobei die Modelleisenbahner nie erwachsen werden. Und das ist auch gut so. Sonst bliebe so vielen Gästen der Blick auf die liebevoll gestalteten Eisenbahnanlagen verborgen. Und das wäre jammerschade. Die 13 Anlagen, die zur Modellbahnausstellung am Wochenende im Obergeschoss der Schmalkalder Tourist-Information zu sehen waren, zogen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Und man konnte zu Recht staunen. Zum Beispiel über Alexander Krechs Lego-Eisenbahn. Zwölf Kisten brauchte es, um sie nach Schmalkalden zu transportieren. Die gesamte Anlage hat der Elfjährige selbst gebaut. Und freilich steht sie in seinem Zimmer. „Das ist groß genug“, sagte er. Seit er vier Jahre alt ist gehört Alexander Krech zum Modelleisenbahnklub Mittelschmalkalden. Vorsitzender Udo Filter ist darauf sehr stolz. Zur Ausstellung in diesem Jahr gelang es, die Freunde vom VEM Friedberg aus Suhl, die Gothaer, die Ilmenauer und die Bad Salzunger wieder zu motivieren. Letztere stellten ihr Bahnbetriebswerk vor. Die Mittelschmalkalder hatten ihre Rangieranlage für Kinder mitgebracht, sodass sogar gespielt werden durfte.

Peter Hoyer gehört erst seit diesem Jahr zum Modelleisenbahnklub Mittelschmalkalden. In der Tourist-Information hatte er 30 Meter Schienen verlegt. Ungefähr das Dreifache schlummert in Kisten noch bei ihm zu Hause. Nach Schmalkalden mitgebracht hatte Hoyer den im Modell nachgebauten Bahnhof von Vacha. Dazu kamen zehn Lokomotiven, vier Personenzüge und vier Güterzüge. Und alles funktionierte. Klar, sei alles viel Arbeit, aber „wenn der erste Zuge fährt, ist das alles vergessen“, sagte er. Zweimal Im Jahr baut er die Bahn auf. Eigentlich viel zu wenig, aber immerhin. Wer die Ausstellung ganz genau unter die Lupe nahm, dem fielen die vielen kleinen Anlagen auf. Ob im Fernseher versteckt oder im Koffer verpackt – eine jede war ein Hingucker. Selbst Winterlandschaften, natürlich mit Bahn, gab es zu entdecken. Udo Filter hatte eine Bahn sogar in ein ehemaliges Weichensignal eingebaut. „Ein bisschen verrückt muss man sein“, meinte er ganz lässig. Anhand einer Lokomotive waren die verschiedenen Modellbahngrößen sehr schön nach vollziehbar. Von TT, H0, N, H0e, Spur 1 bis hin zur 5 Zoll Gartenbahn war alles dabei. „Es ist eine sehr schöne Auswahl“, erklärte Udo Filter und versäumte es nicht, auf das Schaufenster in der Auer Gasse hinzuweisen. Dort kann Historisches zur Eisenbahn bewundert werden. Ein Hingucker ist ein alter Fahrkartenkasten.

 

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