Ausgezeichnet Eisenacher Klinikum bekommt Organspendezertifikat

red
Übergabe der Auszeichnung (von links): Axel Rahmel (Stiftung Organtransplantation), Ministerin Heike Werner, Heiko Wunderlich, Rolf Hauschild, Arne Hederich, Alexander Strickler, Andreas Hugo (alle St.-Georg-Klinikum), Stephan Dammköhler (Stiftung Organtransplantation). Foto: Volker Hielscher/r

Das St.-Georg-Klinikum Eisenach erhielt das Organspendezertifikat der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) und des Freistaates Thüringen für sein Engagement im Bereich Organspende und Transplantation.

Das Organspendezertifikat wurde neben dem Eisenacher Klinikum auch dem Uniklinikum Dresden und dem Carl-von-Basedow-Krankenhaus Merseburg/Querfurt verliehen. Überreicht wurde die Auszeichnung durch die Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner im Erfurter Rathaus.

Glückwünsche zu dieser Ehrung gab es auch von der Eisenacher Stadtspitze. „Ich freue mich, dass unser Klinikum dieses Zertifikat entgegennehmen durfte. Das schwierige und doch so wichtige Thema Organspende sollte jedem von uns nicht egal sein. Im St.-Georg-Klinikum wird über solch eine bedeutende Entscheidung auf vorbildliche Weise informiert und für den Ernstfall vorgesorgt“, sagt Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke).

In Deutschland ist der Prozess der Organspende hoch standardisiert. Hierzu zählen auch gesetzlich vorgeschriebene Transplantationsbeauftragte in jedem Krankenhaus. Deren Aufgabe besteht darin, Patienten als mögliche Organspender zu filtern. Transplantationsbeauftragte werden geschult und sind für ihre Tätigkeit entsprechend freigestellt. Darüber hinaus wird im St.-Georg-Klinikum das ärztliche und pflegerische Personal regelmäßig über den Ablauf und die Bedeutung des Organspendeprozesses informiert. Im Haus gibt es außerdem ein klinisches Ethikkomitee, das sowohl in Entscheidungsprozesse involviert ist und auch Informationsveranstaltungen zum Thema Organtransplantation anbietet. Im Unterricht der angeschlossenen Krankenpflegeschule werden die Themen Organspende und Transplantation besprochen.

Bis März 2022 betreute Dr. Rolf Hauschild viele Jahre als Transplantationsbeauftragter im St.-Georg-Klinikum Organspenden. Über seine eigentliche Tätigkeit hinaus klärte er beispielsweise in Schulen über die Möglichkeit der Organspende auf. Aktuell ist der leitende Oberarzt der Klinik für Intensivmedizin, Dr. Jörn Schlechtweg, Transplantationsbeauftragter.

Der Wille, ein Organ zu spenden, muss zu Lebenszeiten formuliert worden sein und kann im Organspendeausweis dokumentiert werden. „Das Thema Organspende ist kein alltäglicher Gesprächsstoff. Dennoch erleichtert es Angehörigen und Ärztinnen und Ärzten, eine Entscheidung im Sinne der verstorbenen Patienten zu treffen, wenn zu Lebezeiten darüber gesprochen wurde und somit der Wille bekannt oder auch durch einen Organspendeausweis dokumentiert ist.“, so Jörn Schlechtweg.

Grundsätzlich unterteilen sich Organspenden in zwei Gruppen: die Lebendspende von zum Beispiel Nieren, die in Deutschland zwischen zehn bis 15 Prozent des Organspendeaufkommens ausmachen, sowie Leichenspenden. „Seit zehn Jahren ist die Organspendebereitschaft in Deutschland rückläufig. Mehr als die Hälfte der für die Organspende angemeldeten Menschen versterben“, erklärt Prof. Dr. Heiko Wunderlich, Ärztlicher Direktor des St.-Georg-Klinikums.

„Es ist ausgesprochen mutig und zukunftsweisend, dem Thema Organspende in einem doch recht kleinen Krankenhaus wie unserem St.-Georg-Klinikum einen solch hohen Stellenwert zu geben. Ich bin stolz darauf, dass unser Krankenhaus diesen Weg geht“, würdigt Oberbürgermeisterin Katja Wolf.

Die DSO überwacht den Ablauf von Organspenden. Deutschland ist dafür in sieben Regionen aufgeteilt. Thüringen gehört mit Sachsen und Sachsen-Anhalt zur Region Mitte, deren Zentrale sich in Leipzig befindet. Die Stiftung prüft auch im Nachgang die Qualität und Zuverlässigkeit der Prozesse in den Krankenhäusern. In Deutschland sind Krankenhäuser in Kategorien eingeteilt. Große Universitätskliniken sind Kategorie A, Kliniken mit Neurochirurgie sind Kategorie B und jene ohne Neurochirurgie Kategorie C. Dazu zählt Eisenach.

 

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