Auschwitz Gedenkstättenfahrt hinterlässt nachhaltige Eindrücke

Die Gedenkstättenfahrt nach Polen machte Geschichte greifbar. Besonders der Besuch von Auschwitz hinterließ bei den Sonneberger Schülern bleibende Eindrücke.

Der Besuch in Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau war für die Sonneberger Schüler der emotionalste und lehrreichste Teil der Polen-Reise. Foto: privat

Eine intensive Woche zwischen historischer Bildung, persönlicher Reflexion und kulturellen Eindrücken erlebten Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums sowie Auszubildende der Staatlichen Berufsbildenden Schule (SBBS) Sonneberg während einer Gedenkstättenfahrt nach Polen.

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Die Reise führte die Teilnehmer von Sonntag, 21. bis Freitag, 26. Juni, nach Auschwitz, Breslau und Krakau. Im Mittelpunkt stand der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.

Ermöglicht wurde die Fahrt durch die Unterstützung der Bethe-Stiftung aus Bergisch Gladbach sowie in Teilen durch Fördermittel des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Ziel der Reise war es, sich intensiv mit den Themen Nationalsozialismus, Erinnerungskultur, Demokratie und Menschenrechte auseinanderzusetzen.

Der erste Halt führte die Gruppe nach Breslau (Wrocław). Während einer Stadtführung lernten die Schüler die bewegte Geschichte der niederschlesischen Metropole kennen.

Die Schüler ließen sich bei ihrem Besuch auch auf das neue Polen ein. Zu sehen ist hier die von Oskar Zieta entworfene Skulptur namens „NAWA“ auf der Daliowa-Insel in Breslau. Das Werk wurde 2017 als Teil der Feierlichkeiten zur Europäischen Kulturhauptstadt 2016 eingeweiht. Foto: privat

Besonders der historische Marktplatz mit seinen farbenfrohen Bürgerhäusern sowie die traditionsreiche, 1702 gegründete, Universität hinterließen bleibende Eindrücke. Gleichzeitig bot die Stadt Gelegenheit, das moderne und lebendige Polen kennenzulernen.

Bewegender Auschwitz-Besuch

Auf dem Weg nach Krakau machte die Gruppe Station in Auschwitz (Oświęcim), der Stadt, die weltweit vor allem durch das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz bekannt ist. Eine Stadtführung vermittelte einen Einblick in die Geschichte der Region und zeigte die enge Verflechtung von Stadtleben und Erinnerungsarbeit.

Zudem besuchten die Schülergruppe den wiederhergestellten jüdischen Friedhof. Dieser Ort des Gedenkens verdeutlichte die einst große Bedeutung jüdischen Lebens in der Stadt und machte die Folgen von Verfolgung und Holocaust greifbar.

Der Satz „Arbeit macht frei“ ist eine zynische Parole der Nationalsozialisten. Er prangte als Inschrift über den Eingangstoren zahlreicher Konzentrationslager wie Auschwitz, Dachau und Sachsenhausen. Foto: privat

Den emotionalen Mittelpunkt der Reise bildete der Besuch der Gedenkstätten Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau. Die Teilnehmer besichtigten unter anderem originale Häftlingsbaracken, historische Ausstellungen sowie die erhaltenen Spuren des nationalsozialistischen Terrorregimes. Besonders die persönlichen Gegenstände der Opfer und die Dimensionen des ehemaligen Lagerkomplexes hinterließen einen nachhaltigen Eindruck.

Viele beschrieben den Besuch als tief bewegende Erfahrung. Die Atmosphäre an den historischen Orten habe deutlich gemacht, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit weit über das hinausgeht, was im Geschichtsunterricht vermittelt werden kann.

Die unmittelbare Begegnung mit den Schauplätzen der Verbrechen habe das Verständnis für die historischen Ereignisse und deren Bedeutung für die Gegenwart nachhaltig vertieft.

Zwischen Wawel und Pierogi

Neben der historischen Bildungsarbeit bot die Reise auch Gelegenheit, die kulturelle Vielfalt Polens kennenzulernen. In Krakau erkundeten die Schüler die Altstadt und erlebten das besondere Flair der Stadt.

In der Mittagspause kamen die Schüler dann in den Genuss die sogenannten Piroggen ( Pierogi) zu probieren. Dabei handelt es eine gefüllte Teigtaschen, die wahlweise aus Hefe-, Blätter- oder Nudelteig, hergestellt wird.

In Polen erfreuen sich Pierogi – hier mit Buttersauce serviert – großer Beliebtheit. Foto: picture alliance/dpa

Eine abschließende Führung führte unter anderem zum Wawel-Schloss, zur Kathedrale sowie in das einstige jüdische Viertel Kazimierz mit seinen Synagogen. Die beeindruckende Architektur und die bewegte Geschichte Krakaus rundeten die Reise ab.

Krakau ist immer eine Reise wert. Rund 760 Kilometer liegen zwischen Sumbarch und Kraków. Foto: privat

Die Erfahrungen in Polen stärkten nicht nur das historische Bewusstsein, sondern auch Empathie, Verantwortungsgefühl und die Bedeutung demokratischer Werte.

Die Gedenkstättenfahrt verband historische Bildung mit persönlicher Reflexion. Dabei wurde vielen Teilnehmern bewusst, dass Erinnerungskultur keine Selbstverständlichkeit ist, sondern aktiv gestaltet und bewahrt werden muss.

Die Schüler möchten ihre Eindrücke und Gedanken zur Erinnerungskultur auch über die Schule hinaus teilen. Deshalb laden sie alle Interessierten zu einer öffentlichen Präsentationsveranstaltung ein. Diese findet am Mittwoch, 2. September, um 18 Uhr im der „Wolke 14“, Friesenstraße 14, statt.

Am Ende waren sich alle einig: Die Reise hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus für die Gegenwart ist. Sie hat verdeutlicht, dass Demokratie, Menschenrechte und ein respektvolles Miteinander keine Selbstverständlichkeit sind, sondern jeden Tag neu verteidigt und gelebt werden müssen.

Der Beitrag wurde von Marie Kahlert und Lene Zimmerhackl (Klassenstufe 12, Berufliches Gymnasium der SBBS Sonneberg) verfasst.