Ausbildungsmarkt Weniger Bewerber für Ausbildungsplätze

Symbol der Agentur für Arbeit Foto: Hendrik Schmidt

Immer weniger Jugendliche suchen einen Ausbildungsplatz. Gleichzeitig melden die Unternehmen trotz Corona mehr Plätze als vor einem Jahr.

Ilm-Kreis - Im Ilm-Kreis sank die Zahl der Jugendlichen, die sich für eine Ausbildung interessieren deutlich, meldet die Agentur für Arbeit Erfurt. Nur noch 303 Bewerber waren im März bei der Berufsberatung gemeldet. Das sind 63 Jugendliche und damit 17 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig meldeten die Unternehmen 523 Ausbildungsplätze und damit 38 mehr als im März 2020.

Rückgänge beim Ausbildungsangebot hat die Agentur vor allem bei grünen Berufen, in der Holz- und Kunststoffherstellung, im Maschinenbau und in der Energietechnik, im Tiefbau, in der Lagerwirtschaft sowie im Handel verzeichnet. Gleichzeitig suchen mehr Unternehmen Nachwuchskräfte in Arztpraxen, in Verwaltung, Finanzdienstleistung und in Büros, im Verkauf und in Bauberufen, in der Elektrotechnik und der Metallbearbeitung.

Die meisten Ausbildungsplätze für den Ilm-Kreis wurden im Handel gemeldet, mit 45 für Verkäuferinnen und Verkäufer und 31 für Einzelhandelskauffrau/-mann. Es folgen die Mechatroniker mit 26 und die Zerspanungsmechaniker mit 17. Auch die Bereiche Kraftfahrzeugmechatronik, Lagerlogistik, Koch, Berufskraftfahrer, Büromanagement sowie Maschinen- und Anlagenführer gehören zu den zehn am häufigsten angebotenen Berufen.

Ein Viertel weniger Bewerber

Im Ilm-Kreis zeigt sich damit eine ähnliche Entwicklung wie im gesamten Mittelthüringer Zuständigkeitsbereich der Erfurter Arbeitsagentur. „Wir verzeichnen ein Viertel weniger Bewerber als vor einem Jahr. Gleichzeitig suchen die Unternehmen auch in diesem Krisenjahr Nachwuchs. Das führt dazu, dass auf jeden Bewerber rein rechnerisch zwei Ausbildungsstellen kommen“, erläutert deren Geschäftsführer Holger Bock.

„Die Herausforderungen für die jungen Menschen sind groß. Berufliche Orientierung ist fast ausschließlich virtuell möglich, Praktika konnten, wenn überhaupt, nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden und die Berufsmessen sind ausgefallen. Das Erleben von Ausbildungspraxis fehlt. Gleichzeitig erschweren Distanzlernen und Ängste um die Gesundheit und die Zukunft die Konzentration auf die Ausbildungssuche“, macht er aktuelle Probleme deutlich.

Auch wenn derzeit keine Berufsberatung in den Schulen möglich sei, würden die Berater der Agentur per Telefon oder Videochat weiterhin für individuelle Beratungen erreichbar sein. „Allen, die im Herbst in ihre Ausbildung starten wollen, können wir nur raten, sich schnellstmöglich an uns zu wenden. Wir sind für Euch da“, so Bock. Termine gibt es telefonisch unter der Hotline (08 00) 4 55 55 00.

Projekt in Großbreitenbach

Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz sollen Jugendliche auch durch das Komet-Folgeprojekt „Zukunft auf dem Lande“ finden. Dies arbeitet gerade an einer aktualisierten Übersicht zu Ausbildungs-, Praktika- und Ferienjobmöglichkeiten in Großbreitenbach und Umgebung, teilt das Landratsamt mit. „Wir haben festgestellt, dass viele attraktive Lehrstellen bei heimischen Unternehmen noch nicht besetzt sind und machen sie nun sichtbar im Schaufenster am Markt 7 in Großbreitenbach. Ein Blick darauf lohnt beim Spaziergang durch die Stadt“, sagt Landrätin Petra Enders.

Auch sie weist darauf hin, dass aufgrund der Corona-Situation kaum Berufsorientierungsangebote stattfinden konnten. So sei es schwierig, dass Ausbildungsbetriebe und Ausbildungssuchende zueinander finden. Gemeinsam wollen deshalb die Landgemeinde Stadt Großbreitenbach und das Projekt in Trägerschaft des Ilm-Kreises Jugendliche und Eltern informieren und für eine berufliche Perspektive werben.

Kurzfristig wurde die Übersicht der aktuell freien rund 40 Lehrstellen auf der Internetseite der Stadt eingestellt. Zudem sollen sie im nächsten Amtsblatt der Landgemeinde veröffentlicht werden. Das Schaufenster auf dem Großbreitenbacher Markt zeigt, welche Stellen für das im August/September beginnende Ausbildungsjahr noch offen sind

Nächster Schwerpunkt der Projektarbeit im Bereich Ausbildung und Arbeit wird die Nutzung digitaler Plattformen sein. Gemeinsam mit Kooperationspartnern sollen Firmen für dieses Thema sensibilisiert, geschult und bei den ersten Schritten begleitet werden.

 

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