Aus der Haseltal-Grundschule Wichtig wie nie: Brand- und Katastrophenschutz für Schüler

Drei Tage lernten Grundschüler aus dem Haseltal, hier Schüler der dritten und vierten Klassen, Grundlagen des Brand- und Katastrophenschutzes. Foto: /Foto:privat

Auch unter Corona haben die Steinbach-Hallenberger Feuerwehrleute die Brandschutzerziehung und die Nachwuchsgewinnung im Auge. Zuletzt wurden erneut rund 240 Schüler eine Woche unterrichtet.

Steinbach-Hallenberg - Wie wichtig Brand- und Katastrophenschutz sind, zeigt sich gerade in erschreckendem Ausmaß. Die Grundlagen für die richtige Reaktion im Ernstfall werden in der Schule gelegt, dass wissen die Mitglieder der Steinbach-Hallenberger Feuerwehr, die der benachbarten Grundschule in Sachen Brandschutzerziehung seit vielen Jahren unter die Arme greifen.

Selbst unter Coronabedingungen habe man keine Klassenstufe verloren. Mit Monaten Verspätung, aber noch im aktuellen Schuljahr wurden die ersten bis vierten Klassen vergangene Woche wieder unterrichtet, wie Jugendwart Ricardo Hilpert mitteilt. Nur im Feuerwehrgerätehaus konnten die Lehrstunden aufgrund der geltenden Bestimmungen für Feuerwehren diesmal leider nicht stattfinden, bedauert er. So musste die beliebte große Fahrzeugschau ausfallen. Immerhin ein Fahrzeug hatten sie zum Anschauen mit zur Schule gebracht. Außerdem sei es den Referenten Kerstin Jäger, Anke Grieger-Hilpert, Irina Kuchar und dem Jugendwart selbst zupassgekommen, dass gerade neue Lehrmaterialien im Wert von einigen Tausend eingetroffen sind, die sie in die Aula der Grundschule mitbrachten. Jedem Kreisbrandmeisterbereich habe der Landkreis einen Brandschutzkoffer und ein Rauchhaus finanziert. Mittels einer Nebelmaschine werde in dem Modellhaus Rauch simuliert und gezeigt, wie schnell und wo er sich in den Zimmern verteile.

Dazu kommen die Standard-Lehrinhalte zur Ersten Hilfe, zum Verhalten im Notfall und dem Absetzen eines Notrufes, der Evakuierung des Schulgebäudes inklusive Alarmauslösung sowie einigem Hintergrundwissen dazu, wie ein Feuer entstehen kann und was es für eine Verbrennung braucht. Immer wichtiger werde außerdem die Feuerwehreigene Öffentlichkeitsarbeit, so Hilpert. Nach der Gebietsreform werben die Referenten nun auch verstärkt für die Mitgliedschaft in den Ortsteilwehren, denn die Auflösung einer Wehr mangels Mitgliedern, wie jüngst in Rotterode, müsse unbedingt vermieden werden.

Es gelte, die Haseltalwehren in Altersbach, Bermbach, Herges, Unter- und Oberschönau, Viernau sowie der Hauptwache in Steinbach-Hallenberg zu stabilisieren und zu stärken. Was die Arbeit im Ehrenamt bedeutet, wissen die drei Referenten nur zu gut. Am Montag, Mittwoch und Freitag unterrichteten sie insgesamt rund 240 Schüler.

Ricardo Hilpert, der Suhler Berufsfeuerwehrmann aus dem Gefahrenabwehrzentrum an der Bundesautobahn 71 in Zella-Mehlis, nimmt sich die Zeit zwischen seinen Arbeitsschichten. Kerstin Jäger wurde gar von ihrem Arbeitgeber freigestellt – der Chef der SWM-Werkzeugfabrik sei ein Förderer der Wehrarbeit. Und dazu gehöre auch die Brandschutzerziehung, an deren Erfolg Hilpert keinen Zweifel hat. „Wir stellen immer wieder fest, dass bei den Kindern über die vier Jahre sehr viel hängen bleibt“, sagt der Jugendwart.

Zwar konnten die Leistungen wegen des Notenschlusses vor der Ferien diesmal nicht mehr benotet werden, aber das begehrte goldene Abzeichen für die Brandschutzerziehung und die wichtigen Stempel in den dazugehörigen Pass konnten die Kinder mit nach Hause nehmen. Angesichts der schwierigen Pandemiesituation zeigt sich Hilpert zufrieden, dass Unterricht trotzdem abgesichert werden konnte und dankte seinen Kolleginnen wie auch den Lehrerinnen der Grundschule für die Zusammenarbeit.

Und er vermeldet ein weiteres positives Ergebnis der Brandschutzwoche: Vier Kinder haben schon kurz nach der Brandschutzerziehung beim Feuerwehrnachwuchs an die Tür geklopft. Das seien die Einsatzkräfte von morgen, freut sich der Jugendwart.

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