Aufzug am Suhler Rathaus Bald ein Jahr Verzögerung

Der Aufzuganbau am Alten Rathaus ist im Grunde abgeschlossen, die Inbetriebnahme verzögert sich aber wegen fehlenden Pflasters im Außenbereich voraussichtlich noch bis November. Foto: frankphoto.de

Die Inbetriebnahme des Aufzugs am Alten Rathaus verzögert sich weiterhin. Inzwischen ist von Anfang November die Rede. Die Gründe für die Verspätung sind vielfältig.

Suhl - Nach Plan lief beim Bau des Aufzugs am Alten Rathaus eigentlich von Anfang an nichts. Schon beim Errichten des Fundaments für den Lift tauchten im Untergrund die ersten Hindernisse auf und es sollten weitere Probleme folgen. Dennoch waren Vertreter der Stadtverwaltung bei einer Bauberatung im Sommer 2020 zuversichtlich, dass der Aufzug noch vor Weihnachten in Betrieb genommen werden würde. Dem ist wohl auch so, allerdings knapp ein Jahr später als geplant.

Überraschungen im Boden und nicht verfügbare Bauarbeiter

Am Anfang der Chronologie des Verzugs stand die ungeplante Verlegung einer Fernwärmetrasse vor dem Alten Rathaus. Im weiteren Verlauf der Erdarbeiten mussten zusätzliche Sicherungsmaßnahmen an dem historischen Gebäude vorgenommen werden. Und die Corona-Pandemie wirkte sich ebenfalls auf den Bauablauf aus: Die beauftragten Handwerksfirmen konnten nicht wie vorgesehen arbeiten, da ihre Mitarbeiter in Quarantäne waren oder die Kinderbetreuung absichern mussten. Gleichzeitig verlängerten sich die Lieferzeiten einzelner Materialien und Bauteile in dieser Zeit massiv. Mal fehlte also das Personal, mal das Material, mal beides.

„Die Summe aller einzelnen Verzögerungen führte dazu, dass die vertraglich vereinbarten Fristen der meisten Baufirmen lange abgelaufen waren und sie nun bereits andere Aufträge bearbeiten“, sagt Sarah Heimann, Architektin im Hochbau- und Liegenschaftsamt. Man habe daher mit den Firmen Kompromisse finden müssen, um die Arbeiten abschließen zu können. So würden die Pflasterarbeiten im Außenbereich erst ab dem 20. September fortgesetzt, da die ausführende Baufirma früher keine freien Kapazitäten dafür habe, macht Sarah Heimann deutlich.

Inbetriebnahme erst, wenn alles drumherum fertig ist

„Das Problem ist, dass die Inbetriebnahme des Aufzugs erst erfolgen kann, wenn die umgebenden Pflasterflächen und Plattenbeläge fertiggestellt wurden“, erklärt die Architektin. Erst dann könne der Aufzug eingestellt werden, um millimetergenau auf der Höhe des jeweiligen Fußbodens anzuhalten und einen planen Übergang zu bieten.

So verzögert sich die Inbetriebnahme immer weiter, obwohl der Aufzuganbau im Grunde fertig ist, ebenso der Innenausbau mit den barrierefreien Zugängen zu Standesamt, Trauzimmer, Büro OB, Oberrathaussaal und Sitzungszimmer sowie den dazugehörigen Automatiktüren.

Doch es fehlen eben noch die entscheidenden Pflasterarbeiten vor dem neuen Außenzugang des Aufzugs. Und auch die Platten an der neuen Außentreppe zum Nebeneingang mit Podest und Übergang zum Aufzug müssen noch verlegt werden. Schließlich werden noch Vordächer installiert, Außenbeleuchtung angebracht und der Anstrich des Alten Rathauses rund um den Baubereich repariert.

Voraussichtlicher Abschluss der Arbeiten im November

Nach dem ersten Termin für die Inbetriebnahme zum Jahresende 2020, über Februar, Mai und August dieses Jahres nennt die Stadtverwaltung nun Anfang November als Zeitpunkt, an dem die Baumaßnahme am Alten Rathaus voraussichtlich abgeschlossen sein wird. Wobei sie „weitere Verzögerungen durch die Pandemie und die einhergehenden Liefer- und Personalengpässe“ nicht ausschließen kann.

Durch den verzögerten Bauablauf sind auch die Kosten für den Aufzug leicht gestiegen, um etwa 10 000 Euro, wie das Hochbauamt mitteilt. Insgesamt belaufen sich die Ausgaben damit auf rund 763 000 Euro, wovon gut 60 Prozent über Fördermittel abgedeckt werden.

 

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