Aufregung im Netz Vermeintliche Kinderfänger sind Schrottsammler

Die Polizei im Einsatz. Foto: dpa/Friso Gentsch

Eine Meldung in sozialen Netzwerken hat am Montag und Dienstag für Aufregung gesorgt. Angeblich seien im Werratal Kinderfänger unterwegs. Wie die Polizei feststellte, waren es Schrottsammler.

Fambach/Schwallungen/Meiningen - „Passt auf Eure Kinder auf“, lautete eine Warnung, die am Montag und Dienstag durch die sozialen Medien ging. Die Warnung zeigt das Foto eines weißen Transporters am Ortsausgang von Fambach in Richtung Heßles. Der Transporter steht halb auf dem Gehsteig. Ein Mann daneben, ein anderer beugt sich im Hintergrund über eine Badewanne, die auf einem Grundstück abgestellt ist. Dieser Transporter sei auch „aufs Nüßles“ gefahren, heißt es im Text zum Bild, spiele Kinderlieder, „er guckt in jede Hofeinfahrt und sie entführen kleine Kinder bitte teilen“.

Diese und ähnliche Meldungen verbreiteten sich in den sozialen Netzwerken, sie erreichten auch die Polizei.

In Meiningen und in Bad Salzungen gingen sowohl Montagnachmittag als auch Dienstagvormittag Meldungen ein, wonach sich ein Mercedes Sprinter in den Orten Fambach, Meiningen und Schwallungen aufhalten würde, bestätigt Polizeisprecherin Julia Kohl am Dienstag. Auf dem Transporter sei ein Lautsprecher angebracht, aus dem Musik abgespielt werde. Die beiden Insassen sollen nach den Angaben der Hinweisgeber intensiv Grundstücke beobachten und auch Kinder ansprechen.

Die Polizei stoppte daraufhin den Transporter und kontrollierte Beifahrer und Fahrer. „Bisherige Ermittlungen ergaben, dass es sich bei den beiden um Schrottsammler handelt“, so Sprecherin Kohl.

Durch den irreführenden Hinweis in den sozialen Medien sei die hiesige Bevölkerung derart sensibilisiert worden, dass eine Vielzahl an Hinweisen bei der Polizei einging, „aber noch viel mehr Kommentare unter Veröffentlichungen in den sozialen Medien erfolgten, die für eine extreme Beunruhigung in der Bevölkerung sorgten“, heißt es im Polizeibericht.

Wichtig sei, in jedem Fall die Augen im Alltag offen zu halten und verdächtige Hinweise der Polizei zu melden, sagt Sprecherin Kohl. Aber sie bittet auch darum: „Vermeiden Sie Erstellungen solcher Posts, die unbestätigte Inhalte aufzeigen, welche wiederum zu Angst- und Panikmache in der Bevölkerung führen. Unterstützen Sie in solchen Fällen lieber die Polizei, indem Sie sachdienliche Hinweise, wie das Kennzeichen, eine Personenbeschreibung oder den genauen Aufenthaltsort mitteilen. Nutzen Sie dafür die Telefonnummer der für Sie zuständigen Polizeidienststelle oder natürlich den Notruf 110.“ uf

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