Kein Weihnachtsmarkt Chrisamelmart wird wieder abgebaut

Nun also auch in Suhl – der Weihnachtsmarkt ist abgesagt. Das wurde am Freitagmittag entschieden. Die Hütten, die schon aufgebaut wurden, werden jetzt wieder abgebaut.

Suhl - Am Freitagmittag ist die Entscheidung gefallen. Der Chrisamelmart fällt aus. „Wir haben die Entscheidung getroffen, die angesichts des Infektionsgeschehens getroffen werden musste“, sagt Oberbürgermeister André Knapp mit Verweis darauf, dass Thüringen zu den Ländern mit der höchsten Warnstufe gehört. Bis zuletzt hatten er, die Mitarbeiter des Amtes für Kultur, Tourismus und Sport und die Händler gehofft, dass die noch am Montag in Aussicht gestellten Sonderregelungen für Weihnachtsmärkte greifen könnten. Das ist passé.

Im Rathaus sind verschiedene Varianten vorbereitet worden, den Sühler Chrisamelmart trotz strenger Regeln stattfinden lassen zu können. Eine davon war, auf dem Marktplatz einen Bereich einzuzäunen und die Zugänge zu kontrollieren. Auf der Fläche von etwa 1450 Quadratmetern hätten sich lediglich weniger als 400 Menschen gleichzeitig aufhalten dürfen. Aber für die Händler hätte sich das angesichts der Hüttengebühren und ihrer eigenen Auslagen kaum mehr gerechnet. „Die Kosten unter anderem für den Wachschutz, der die Einhaltung der 2G-Regel hätte überwachen müssen, wären nicht vertretbar gewesen“, so OB Knapp.

Der Weihnachtsmarkt ist in den vergangenen Tagen und Wochen aufgebaut und liebevoll dekoriert worden. Über 50 Händler – darunter fünf neue – standen parat. Einige von ihnen hatten bereits von sich aus ihre Teilnahme abgesagt, weil sie das Risiko nicht eingehen wollten, im (nun eingetretenen) Fall einer Absage auf ihren Waren sitzen zu bleiben.

Ob es für Händler, die sich auf den Chrisamelmart vorbereitet, ihre Waren selbst produziert oder eingekauft hatten, eine Schadensersatzregelung geben wird? „Eine Entscheidung darüber bleibt den Ebenen in den Ländern und des Bundes vorbehalten“, so André Knapp.

Auch noch nicht entschieden ist, ob der für den 28. November geplante verkaufsoffene Sonntag stattfinden kann. Dafür braucht es eine Abstimmung auf ministerieller Ebene. Voraussichtlich am Montag soll es eine Information dazu geben.

Ein kleines bisschen weihnachtliches Flair bleibt dennoch in Suhls Stadtmitte. In etwa einer Handvoll Hütten, die über Steinweg und Marktplatz verteilt werden, können Weihnachtsartikel angeboten werden. Auch Speisen und Getränke wird es geben – allerdings nur zum Mitnehmen und nicht zum Verzehr vor Ort. Zudem gilt ein Verbot zum Ausschank von alkoholischen Getränken. Im Wesentlichen wird es die gleiche Situation für die Mini-Variante des Weihnachtsmarktes geben wie im vergangenen Jahr.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Suhler Markt ist bereits von den Mitarbeitern des Eigenbetriebes Kommunalwirtschaftliche Dienstleistungen Suhl (KDS) aufgebaut und liebevoll dekoriert worden. Nun wird er zum allergrößten Teil wieder abgebaut. Die Hütten, die stehen bleiben, werden umgeräumt. Und die beliebte Wichtelhütte nimmt in der Nähe des Weihnachtsbaumes auf dem Marktplatz Aufstellung.

Den traditionellen Sühler Chrisamelmart, der zu den schönsten in Südthüringen gehört, kann das allerdings nicht ersetzen. Nun steht zum zweiten Mal ein Weihnachtsfest vor der Tür, an dem es keinen Weihnachtsmarkt in der Stadt geben wird.

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