Jagdverbands-Chef Frank Herrmann stellt klar: „Wildbret, das von Jägern oder im Wildhandel angeboten wird, ist ohne jegliche Einschränkungen verzehrfähig.“
Das Bundesamt für Strahlenschutz unterstreicht dies und rät: Wenn Wildbret oder wild wachsende Speisepilze in üblichen Mengen verzehrt würden, sei die zusätzliche Strahlenbelastung zwar vergleichsweise gering, aber vermeidbar. Wer seine persönliche Belastung verringern möchte, sollte in höher belasteten Gebieten auf den Genuss selbst erlegten Wildes und selbst gesammelter Pilze verzichten.
In Thüringen, wo es vielerorts eine relativ hohe natürliche radioaktive Belastung gibt, ist die aus dem Kraftwerk Tschernobyl stammende Kontamination deutlich geringer als etwa in teilen Bayerns. Das Bundesamt blickt voraus: „Radiocäsium wandert nur langsam in tiefere Schichten des Waldbodens. Aufgrund der Tiefenverlagerung und des radioaktiven Zerfalls werden die Aktivitätswerte in Pilzen und Wildbret in den nächsten Jahren allmählich zurückgehen.“
Seit Jahren engagieren sich in der Region einige Initiativen, Vereine, Privatpersonen und Institutionen insbesondere für Kinder, die noch immer unter den Folgen der Katastrophe zu leiden haben. So gab bzw. gibt es Ferienaufenthalte für junge Menschen aus der stark betroffenen Region Kursk, die im Landkreis Hildburghausen angeboten werden. In der Rhön gibt es ebenso wie im Kreis Sonneberg länderübergreifende Initiativen, die betroffenen Kindern, Jugendlichen und Studenten sorgenlose Ferienaufenthalte ermöglichen.
Im Kreis Hildburghausen beispielsweise ist Landrat Thomas Müller auch ganz persönlich im Förderverein Kinderheime der Region Kursk aktiv. Alles begann, als im August 2001 Einladung die damalige Kanzlersgattin Hiltrud Schröder im Berufsschulzentrum Hildburghausen einen Vortrag „Die fatalen Folgen des Reaktor-Unfalls in Tschernobyl“ hielt und zu dem Schluss kam, dass die beste Hilfe die ist, die vor Ort geleistet werden kann. Schon zuvor half der Landrat seit Jahren Kindern, die unter den Spätfolgen der Katastrophe zu leiden hatten. Vor nun fast 20 Jahren wurde der Förderverein Kinderheime der Region Kursk in das Vereinsregister eingetragen. Spendenaufrufe und Sammelaktionen wurden gestartet, die Resonanz in der Bevölkerung war überwältigend. Vier Bildungseinrichtungen, das Hildburghäuser Bildungszentrum, die Stiftung Rehabilitationszentrum Thüringer Wald Schleusingen, der Bildungsträger Meiningen und das Südthüringer Bildungszentrum Holz in Kloster Veßra., halfen mit Möbeln und Umbauhilfen für Kinderheime, Schulen und Internate. Seit 2014 sind regelmäßig Kursker Studenten zu Gast in Hildburghausen, Schleusingen und Meiningen.