Astronomiemuseum Sonneberg Bestaunenswerte 136,4 Kilogramm

Das Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg zeigt bis Jahresende den größten Meteoriten, der je in Deutschland gefunden wurde – und zwar keine 40 Kilometer entfernt, bei Issigau im Landkreis Hof.

Das Astronomiemuseum der Sonneberger Sternwarte (Foto) bietet eine neue Attraktion aus dem Weltall. Foto: Carl-Heinz Zitzmann

Wie das Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg mitteilt präsentiert es als erstes Museum den größten und schwersten Meteoriten, der je in Deutschland gefunden wurde: Den Eisenmeteoriten „Issigau“, der ab dem (heutigen) Dienstag bis zum 31. Dezember dort zu sehen sein wird. Erstmals gezeigt worden war er Ende Oktober auf der „Munich Show“, einer Mineralienmesse in München. „Wir freuen uns sehr, die Ersten nach der ‚Munich Show’ zu sein, die den Meteoriten öffentlich zeigen können“, so Thomas Müller, Leiter des Astronomiemuseums. „Er wurde ja keine 40 Kilometer von Sonneberg entfernt gefunden, also fast vor unserer Haustür.“

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Nachdem im April 2020 bei Grabungsarbeiten in Reitzenstein, einem Ortsteil der Gemeinde Issigau im Landkreis Hof, ein Metallbrocken mit einer Masse von 136,4 kg entdeckt worden war, ging man schnell von einem Meteoriten aus, und erste Untersuchungen an der TU München bestätigten, dass das Fundstück hauptsächlich aus Eisen und Nickel besteht. Es ist wohl schon vor vielen tausend Jahren auf die Erde gefallen, wie die starke Verwitterung der Oberfläche zeigt.

„Er war bereits im Sommer 2023 abseits der Öffentlichkeit in Sonneberg, um hier digitalisiert zu werden. Allerdings war da die wissenschaftliche Untersuchung noch nicht angelaufen und somit eine Präsentation noch nicht sinnvoll, da ein Meteorit zuvor erst wissenschaftlich untersucht und dokumentiert werden sollte“, erläutert Müller.

In diesem Jahr gab es nun an der Universität Brüssel detailliertere Untersuchungen des entnommenen Bohrkernmaterials: Es ist ein Metall-Meteorit vom Typ IIIAB, mit einem Nickelgehalt von 8,89 Prozent, klassifiziert als mittlerer Oktaedrit. Der Meteorit misst etwa 60 x 35 x 21 Zentimeter. Der Name „Issigau“ wurde gewählt, weil der Fundort Reitzenstein ein Ortsteil dieser Gemeinde ist, ein Dorf mit knapp 1000 Einwohnern am Rande des Frankenwaldes. Der offizielle Name wurde jedoch noch nicht von der Meteoritical Society bestätigt. Dafür müsste das Fundstück erst angeschnitten und Probenmaterial hinterlegt werden. Derzeit soll der Meteorit aber ungeschnitten bleiben.

Trotz intensiver Suche mit professionellen Metalldetektoren um Reitzenstein wurden dort aber keine weiteren Bruchstücke gefunden.

„Issigau“ ist der bisher schwerste in Deutschland gefundene Meteorit, gefolgt von Funden in Rittersgrün (Sachsen) mit 86,5 kg im Jahre 1833, in Untermässing (Bayern) mit 80 kg im Jahre 1920, in Bitburg (Eifel) im Jahre 1805 sowie in Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) mit 30,7 kg im Jahre 1989 – der schwerste deutsche Steinmeteorit.

Übrigens: Meteoriten sind nicht nur wissenschaftliche Schätze, sondern gehören in Deutschland auch dem Finder. Es lohnt sich, aufmerksam zu sein und bei Verdacht Experten zu kontaktieren. „Wenn Sie denken, Sie haben einen Meteoriten gefunden, wenden Sie sich bitte an uns“, so Thomas Müller.

Das Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg ist täglich außer montags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.