Iranischer Verband fordert Untersuchung wegen Trump
Trump vermutete, dass nicht alle Spielerinnen aus freien Stücken in den Iran zurückreisen würden. "Einige fühlen sich jedoch gezwungen, zurückzukehren, weil sie um die Sicherheit ihrer Familien fürchten, auch wegen Drohungen gegen Familienmitglieder, sollten sie nicht zurückkehren."
Laut Nachrichtenagentur AP berichtete das iranische Staatsfernsehen, dass der iranische Fußballverband die internationalen Verbände aufgefordert habe, Trumps "direkte politische Einmischung in den Fußball" zu überprüfen. Dass aber ausgerechnet der Weltverband FIFA, dessen Präsident Gianni Infantino beste Kontakte zu FIFA-Friedenspreisträger Trump pflegt, in dieser Sache aktiv wird, gilt als nahezu ausgeschlossen.
Emotionale Szenen bei der Abreise vom Hotel
Als der Rest des Teams, das kurz vor Ausbruch des Kriegs nach Australien gereist war, das Hotel in Richtung Flughafen verließ, kam es laut Beobachtern zu emotionalen Szenen. In einem von Medien veröffentlichten Video war zu sehen, wie eine Spielerin von einer Teamkollegin offenbar in den Bus gezerrt wurde. Am Airport der Stadt Gold Coast hatten dann Demonstranten versucht, den Bus aus Sorge um die Frauen zu blockieren.
Ähnliche Tumulte hatte es schon bei der Abreise vom Stadion nach dem letzten Gruppenspiel gegen die Philippinen am Sonntag gegeben. Die iranische Nationaltrainerin Marziyeh Jafari sagte der Nachrichtenagentur AAP nach dem Vorrunden-Aus: "Ich möchte bei meinem Land und den Iranern in meiner Heimat sein. Wir sehnen uns nach der Rückkehr."
Im Iran hatten konservative Kommentatoren das Schweigen der Spielerinnen während der Nationalhymne im ersten Gruppenspiel als Verrat an der iranischen Führung bezeichnet. Das Team sang anschließend in seinen letzten beiden Spielen die Nationalhymne und salutierte dazu.
Parallele zur Männer-WM 2022
Die Szenen in Australien erinnerten an das Verhalten der iranischen Männer-Nationalmannschaft während der WM 2022 in Katar. Auch da blieb das Team vor dem ersten Spiel stumm und sang die Nationalhymne vor der zweiten Partie wieder mit - mutmaßlich auch auf Druck des Verbands.