Das Wasser ist aus“, verkündete André Eck und sprang in sein Auto. „Bin gleich wieder da“, rief er noch und schon war er weg. Das Hüttenfest am Bockarschberg war zu dem Zeitpunkt gerade mal eine Stunde alt. Na gut, eigentlich zwei. Denn die ersten Wanderfreunde waren überpünktlich angekommen und hatten bei den Temperaturen am Sonntag reichlich Durst mitgebracht. Bis das Bier lief, dauerte es etwas. Zunächst musste ein kaltes Glas Wasser her. Die Erfrischung tat gut. Das Kuchenbüfett lockte. Man hatte die Qual der Wahl. 20 verschiedene Backwerke, eines leckerer als das andere, ließen manch einen gleich zweimal in die Hütte am Bockarschberg marschieren. Die Kuchen nämlich standen dort einigermaßen kühl.Unter den Zelten im Freien war es auch recht angenehm. Selbst unter den Bäumen oberhalb der Hütte hatten Gäste Platz genommen. „Da saßen noch nie welche“, staunte André Eck als Vorsitzender des Thüringerwald Vereins Asbach, dessen Mitglieder das Fest Jahr um Jahr organisieren. Mit vier Kästen Wasser war er nach wenigen Minuten zurückgekommen und freute sich über den guten Besuch. Zu dem Zeitpunkt schmetterten die Brotteröder Ginkerletze „Ja, mer san mit’m Radl da“. Das traf auf die beiden Musikusse natürlich nicht zu, aber der ein oder andere Gast hatte den Weg in den Wald mit dem E-Bike zurückgelegt. Die meisten aber waren gewandert – trotz Hitze. „Wir haben uns einen schattigen Weg ausgesucht“, war mehrfach zu hören. Im Wald sei es angenehm kühl gewesen. Und außerdem, was echte Wanderfreunde sind, denen machen ein paar Grade zusätzlich nichts weiter aus.Außer den Gastgebern aus Asbach feierten Wanderfreunde aus Mittelstille, vom Rhönklub Schmalkalden, von der Höhgemeinde Roßbach und vom Thüringerwald- Verein Schmalkalden mit. Die Brotteroder Wanderfreunde mit Gerd Fuchs an der Spitze waren allesamt Fans der „Ginkerletze“. Die sangen mittlerweile von Südtirol. Eine Gruppe lauter „glücklicher Strüther“ erhob die Bierkrüge und selbst aus Kleinschmalkalden waren Gäste anwesend. Sie hatten ebenfalls einen Radausflug unternommen und waren auf dem Hüttengelände bester Laune. Mittendrin hatte es sich übrigens der Vorsitzende des Gesamtverbandes des Thüringerwald-Vereins, Rolf Hesse, bequem gemacht und auch Gerhard Zimmer, Rhönklubchef in Schmalkalden und Vizepräsident des Thüringer Wanderverbandes im Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine, fehlte nicht.„Man merkt, wie den Leuten die Geselligkeit gefehlt hat“, sagte André Eck. Das Fest vorbereitet hat sein Verein schon eine ganze Woche lang. Schließlich muss Wasser in den Wald transportiert werden. Das Aufstellen der Sitzgruppen erfordert Zeit. Der Platz insgesamt muss hergerichtet werden. „Arbeit gab es genug“, so Eck. Besonders weist er auf die zwölf Sitzgarnituren mit Lehnen hin. Sechs davon hatte der Verein schon, weitere sechs wurden aktuell angeschafft. Zum Glück – alle waren sie am Sonntag besetzt. Die zusätzlichen Bierzeltgarnituren holten die Wanderfreunde aus Schmalkalden.20 Helfer kümmerten sich um die Gäste. Außer Wasser und Bier gab es natürlich Bratwürste und Fischbrötchen. „Für uns ist das ein gelungener Auftakt nach der zweijährigen Coronapause“, meinte Eck. Freilich liegen 2022 schon etliche Wanderungen hinter dem Asbacher Verein. In puncto Geselligkeit aber war das Hüttenfest die erste Veranstaltung. Geöffnet hat die Hütte am Bockarschberg jetzt wieder regelmäßig am ersten Sonntag im Monat. Alle Asbacher Vereinsmitglieder hoffen natürlich, dass sich daran nichts ändern möge und freuen sich immer über freundliche Gäste.