„Man baut doch nicht für Millionen Euro erst eine Flutmulde und lässt dann den ganzen Ort unter Wasser setzen“, kritisiert Martina Räppold. Die Vorsitzende der Agrargenossenschaft Effelder brachte mit ihrem Schalkauer Amtskollegen Kai Zerrenner während der Flurfahrt des Bauernverbandes den Umgang mit Biberpopulationen in der Agrarlandschaft zur Sprache. Insbesondere auf dem Grünland in der Itzaue zwischen Schalkau und Almerswind seien die Auswirkungen nicht mehr zu übersehen, bemerkt Zerrenner. Ein großer Teil der Wiesen stehe unter Wasser und falle dauerhaft für die Bewirtschaftung aus, weil sich dort die streng geschützten Säuger niedergelassen hätten. Eine Biberfamilie mit zwei Alt- und mehreren Jungtieren, die über den Itzgrund eingewandert ist, bestätigt die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt auf Nachfrage dieser Zeitung in diesem Gebiet. Die Vernässung der Flächen trifft nicht nur die Landwirte, sondern auch die Eigentümer, die langfristig um ihre Pacht fürchten. Der Almerswinder Eberhard Lutherdt hatte bereits im Februar 2021 die Beseitigung der von den Nagern errichteten „Bauwerke“ und die „Wiederherstellung der Durchflussfähigkeit“ gefordert. Durch die mittlerweile zu beobachtende feuchten Stellen in der Wiese sieht er sich in seinen Befürchtungen bestätigt und beharrt auf eine Beseitigung der Biberbauten. Indessen genießen die Tiere einen besonderen Schutz.