Arbeitsmarkt Thüringer Unternehmen beschäftigen zu wenige Behinderte

An einem Arbeitsplatz für Motorklemmen ist ein Mitarbeiter im Rollstuhl mit Montagearbeiten beschäftigt. Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Mehr als die Hälfte der Thüringer Unternehmen kommen ihrer Pflicht zur Beschäftigung von behinderten Menschen nicht nach.

Erfurt - Von den 4686 Betrieben, die laut Gesetz dazu verpflichtet sind, machen das 2650 gar nicht oder nicht im vollen Umfang. Das berichtete am Mittwoch die Regionalagentur Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesanstalt für Arbeit. Landesweit sind deshalb nur 20 673 der 476 246 zu berücksichtigenden Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzt. Das entspricht einer Quote von 4,3 Prozent.

Behinderte Menschen haben es auf dem Arbeitsmarkt ohnehin schwer. Zwar sei die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen zwischen 2010 und 2020 um 26,6 Prozent zurückgegangen. «Betrachtet man aber die Zahl der Arbeitslosen insgesamt, so ging ihre Zahl im gleichen Zeitraum sogar um 44,3 Prozent zurück», so die Regionalagentur. Dabei seien arbeitslose Behinderte häufig besser qualifiziert als Nichtbehinderte: So hätten 81 Prozent aller schwerbehinderten Arbeitslosen einen Berufsabschluss oder eine akademische Ausbildung. Der Anteil der Menschen mit beruflichem oder akademischem Abschluss unter allen Arbeitslosen liege bei 71 Prozent.

Dabei können Betriebe unterstützt werden, wenn sie Behinderte beschäftigen. «Für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt stellen die Arbeitsagenturen in Thüringen im Jahr 2020 rund 92 Millionen Euro zur Verfügung», erklärte Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion.

 

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