Arbeitsmarkt Etwas weniger Arbeitslose in der Region

57 Arbeitslose weniger als im April mussten im Mai in der Region Sonneberg den Weg zur Agentur für Arbeit antreten. Foto: picture alliance/dpa/Robert Michael

Die Arbeitslosigkeit in der Region Sonneberg hat sich im Mai um 57 auf 1545 verringert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 66 Arbeitslose mehr.

 
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Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Mai 5,2 Prozent; vor einem Jahr hatte sie sich auf 5,1 Prozent belaufen.

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich. Die Spanne der Veränderungen reicht im Mai von –3 Prozent bei 15- bis unter 25-Jährigen bis +27Prozent bei Ausländern. Auch der Anteil der ausgewählten Personengruppen am Arbeitslosenbestand ist unterschiedlich groß. Bei der Interpretation der Daten ist zu berücksichtigen, dass Mehrfachzählungen möglich sind, da ein Arbeitsloser in der Regel mehreren der hier abgebildeten Personengruppen angehört. Somit kann die individuelle Situation von Arbeitslosen von der Entwicklung der jeweiligen Personengruppe abweichen.

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung. Im Mai meldeten sich 325 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 7 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 381 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 7 weniger als im Mai 2023. Seit Jahresbeginn gab es 1823 Zugänge von Arbeitslosen, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 60 Meldungen. Demgegenüber stehen 1729 Abmeldungen von Arbeitslosen, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 135 Abmeldungen. Im Mai meldeten sich 111 zuvor erwerbstätige Personen arbeitslos, 30 weniger als vor einem Jahr. Durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 135 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 2 mehr als vor einem Jahr.

Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen ist im Mai geringfügig gestiegen, und zwar um 4 auf 882. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 14 Stellen mehr (+2 Prozent). Arbeitgeber meldeten im Mai 53 neue Arbeitsstellen, das waren 76 oder 59 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Seit Jahresbeginn sind damit 368 Stellen eingegangen, das ist eine Abnahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 256 oder 41 Prozent. Zudem wurden im Mai 58 Arbeitsstellen abgemeldet, 6 oder 9 Prozent weniger als im Vorjahr. Von Januar bis Mai gab es insgesamt 431 Stellenabgänge.

Neue Fachkräfte gewinnen

Wie können Unternehmen aus Sonneberg neue Fachkräfte gewinnen und ihre Beschäftigten auch unter unsicheren Vorzeichen binden und motivieren? Während in manchen Branchen wegen der aktuellen Ereignisse Stellen reduziert werden müssen, steigt in anderen Wirtschaftszweigen der Personalbedarf, beispielsweise aufgrund gestiegener Aufträge oder durch altersbedingtes Ausscheiden der Mitarbeitenden. Orientierung und neue Impulse erhalten Unternehmen aus Sonneberg am Donnerstag, 6. Juni , von 13 bis 15 Uhr im Rahmen der Veranstaltung „ThAFF vor Ort in Sonneberg – Sicherung des Fachkräftebedarfs“. Durchgeführt wird die Veranstaltung von der ThAFF und der Wirtschaftsförderung Sonneberg in den Räumlichkeiten der Firma innoWA Industrie-Dienstleistungen.

„Gemeinsam mit der Stadtverwaltung Sonneberg unterstützen wir die regionalen Arbeitgeber in vielfältiger Weise bei der Bewältigung der wachsenden Fachkräftebedarfe, wie beispielsweise mit ThAFF vor Ort oder dem Pendler- und Rückkehrertag der ThAFF“, erläutert Andreas Knuhr, Teamleiter der ThAFF.

Interessierte Unternehmen können sich unter https://thaff-thueringen.de/veranstaltungen/thaffvorort-son für diese Veranstaltung anmelden. Die Teilnahme ist kostenfrei. Bei Fragen stehen Oliver Hummel (ThAFF, Telefon: (0361) 5603 543) oder Marco Kuhnt (Stadtverwaltung, Tel. 03675 880121) gerne zur Verfügung.

Für den Industrieaktionstag „Industrie Intouch Thüringens Süden“ können sich noch Unternehmen anmelden, die sich am 24. Oktober präsentieren wollen. Es sind noch 16 Plätze frei, 24 Firmen haben sich bereits registriert, wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen mitteilt. Die Anmeldefrist endet am 5. Juni.

Am 24. Oktober sollen 40 regionale Industrieunternehmen und industrienahe Dienstleister im Bereich der IHK ihre Tore für Besucher öffnen. Sie geben Einblicke hinter die Kulissen sowie in Produktionsabläufe und stellen verschiedene Berufsfelder vor. Die Firmen haben die Gelegenheit, sich als zukunftsfähig und innovativ zu präsentieren und so Fachkräfte sowie Ausbildungsplatzsuchende für sich zu begeistern.

Neu in diesem Jahr ist eine Zusatztour für Studenten und Hochschulabsolventen unter dem Titel „academicMATCH“. Unternehmen wollen dabei den Studenten Perspektiven in ihrer Firma, Praktika und die Betreuung von Abschlussarbeiten zeigen.

Für Schüler gibt es die Azubi-Tour. Sie erfahren mehr über Praktika, duale Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen informieren möchten. Zudem werden Rundgänge durch die Werkshallen von Azubis für Azubis angeboten.

Viele Lehrstellen nicht besetzt

„Der regionale Ausbildungsmarkt steht enorm unter Druck, wir suchen dringend weitere Jugendliche und junge Erwachsene mit Interesse an der Aufnahme einer dualen Ausbildung, vor allem in den suchenden Branchen,“ sagt Wolfgang Gold, Geschäftsführer der Südwestthüringer Arbeitsagentur und ergänzt: „Mit dem bisher gemeldeten regionalen Bewerberpotenzial kann der Bedarf an Nachwuchskräften seit Jahren nicht mehr gedeckt werden,“ betont Gold.

Die Gründe liegen auf der Hand: Rund 2/3 aller Abgangsschüler bevorzugen einen weiterführenden Schulbesuch, schulische Ausbildungsgänge und Überbrückungsmöglichkeiten. „Wir müssen daher versuchen, alle Potenziale auf dem Ausbildungsmarkt zu mobilisieren und intensiv für die duale Ausbildung und deren hervorragenden Entwicklungsmöglichkeiten zu werben,“ so Gold.

Ausbildungssuchenden steht ein komfortables Angebot an Ausbildungsstellen verschiedener Branchen zur Verfügung. Darunter 264 offene Stellen im Verkauf, 53 Stellen in der Lagerwirtschaft, 86 Stellen in der Maschinen- und Betriebstechnik, 68 in der Metallbearbeitung und über 40 freien Ausbildungsplätzen in der Gastronomie/Hotellerie. Viele Ausbildungsberufe können bereits mit einem Hauptschulabschluss erlernt werden.

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