In der Erfurter Stotterheimer Straße muss es am Freitagvormittag ziemlich laut gewesen sein. Ein Teil der Mitarbeiter regionaler Verkehrsunternehmen war vor die Geschäftsstelle des Verbandes Mitteldeutscher Omnibusunternehmen (MDO) gezogen, um ihren Tarifforderungen Nachdruck zu verleihen. Dazu gehörten auch Mitarbeiter der landkreiseigenen Omnibusverkehrsgesellschaft (OVG) aus Sonneberg. Etwa 30 OVG-Mitarbeiter seien nach Erfurt gekommen, bestätigt Gewerkschaftssekretärin Nicole Schneider dieser Zeitung gegenüber. Mit einer Beteiligung von 80 Kollegen an der Erfurter Kundgebung sei man sehr zufrieden, erklärt die Verdi-Funktionärin. Die Dienstleistungsgewerkschaft hatte analog zum ersten Warnstreik Mitte April erneut zum Bus-Stillstand aufgerufen. Hatte man vor drei Wochen die Verkehrsbetriebe an einem Freitagvormittag lahmgelegt, wurde diesmal ganztägig zum Stillstand gebracht. Das offizielle Streikende war für die frühen Samstagmorgenstunde avisiert. Im Landkreis betroffen waren am Freitag neben den Stadtbuslinien in Sonneberg und Neustadt bei Coburg sowie dem Regionalverkehr vor allem der Schulbusverkehr. Während der ersten Verhandlungsrunde sei mit dem MDO keine Einigung erzielt worden, weswegen man mit dem erneuten Warnstreik den Forderungen Nachdruck verleihen wolle, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. Seitens der Arbeitgeberseite habe es ein kategorischen Neun sowohl zum geforderten Tarifvertrag wie den in der zweiten Verhandlungsrunde unterbreiteten Kompromissvorschlag gegeben. „Warum sie unseren unterbreiteten Kompromissvorschlag, der aus unserer Sicht sehr ausgewogen ist, ablehnen, ist für uns gänzlich unverständlich“, erklärt Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt. Die Arbeitgeber würden zwar „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ propagieren, insbesondere langjährige Beschäftigten deutlich schlechter als im Tarifvertrag Nahverkehr oder auch anderen Haus- und Flächentarifverträgen bezahlen. Das wolle man nicht akzeptieren.