Arbeiten am Gradierwerk Holzbau am Gradierwerk hat begonnen

Die Bauarbeiten am Gradierwerk in Bad Salzungen sind im Plan. Es gibt kaum Lieferprobleme und auch die Kosten bewegen sich noch in einem „vertretbaren“ Rahmen.

Bad Salzungen - Der aufmerksame Beobachter der Baustelle „Gradierwerk“ hat es längst bemerkt: Der Holzaufbau an der Westwand hat begonnen. Der Aufbau erfolgt in Anlehnung an den historischen Bestand. Daniel Steffan, Geschäftsführer des Kur- und Touristikunternehmens Bad Salzungen, und Katrin Knüpfer, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit im Unternehmen, führen über die Baustelle und erläutern den Baufortschritt. Kurchef Steffan ist optimistisch. „Wir liegen im Plan und auch die Kostensteigerungen bewegen sich im Vergleich zu anderen Baustellen noch im Rahmen. Die Kostenkalkulation ist aus dem Jahr 2018. Bei der aktuellen Baupreisentwicklung haben wir eine gewisse Kostenerhöhung eingeplant.“

Erste Station des Rundgangs ist der Bereich Westwand. Hier sind die Fundamente errichtet und auch die Kanalsysteme sind fertiggestellt. Der Holzbau hat begonnen. Der Kurchef zeigt sich zufrieden mit der Arbeit der Holzbaufirma aus dem Landkreis Vechta in Niedersachsen. Die Firma habe Erfahrung und bereits einige Gradierwerke gebaut. In den letzten Tagen wurden auf der Grundlage der Entwürfe und Zeichnungen des Ingenieurbüros Trabert + Partner aus Geisa Schwellen und Grundbalken auf den Einzel-Fundamenten und der Sole-Wanne befestigt. Auch die Fußbodenlatten wurden als Arbeitsebene über die gesamte Länge von 80 Metern aufgebracht.

Nun wächst die Holzkonstruktion der Westwand auch in die Höhe. Seit dem 20. Juli werden die sogenannten Holzgebinde aufgerichtet. Über ein Spannsystem wurde das erste Holzgebinde ins Lot gebracht und bleibt während der Bauzeit fixiert. Anfangs wurden fünf Gebinde aufgestellt. Ein Kran hebt die Holzbauteile an und stellt sie auf.

Wöchentlich kommen etwa fünf weitere Gebinde hinzu. Sie werden jeweils mittig auf den Einzel-Fundamenten, im Achsen-Abstand von vier Metern, errichtet. Nach und nach reihen sie sich von Norden nach Süden auf. Längspfetten in mittlerer und oberer Höhe sowie Kopfbänder verbinden die errichteten Holz-Elemente. Diese Elemente stabilisieren die Gebinde untereinander.

In den sogenannten Dornständern, die sich mittig in den Gebinden über der Solewanne befinden, wird später das Reisig aufgestapelt. Den oberen Abschluss der gesamten Holzkonstruktion bilden in diesem Arbeitsabschnitt die Deckenbalken. Erst wenn der Holzaufbau über die gesamte Gradierwerk-Länge abgeschlossen ist, soll auf den Deckenbalken die Dachkonstruktion aufgebaut werden. Immer montags erfolgt die jeweilige Holzlieferung für die laufende Woche, informiert Steffan. Alles wird dann in der Woche verbaut. Somit gibt es auf der Baustelle kaum Holzlager oder Holzreste. Die Lieferungen werden von der Holzbaufirma im Voraus nach Bedarf geplant.

Das Lärchenholz ist bei der Lieferung bereits nach Maß und Form vorgefertigt. Zudem sind alle Holzbauteile nach einem Werkplan nummeriert. Zimmerleute montieren die Holzbauteile vor Ort, sodass sie im Anschluss aufgestellt werden können. Für die Holzkonstruktion der Westwand werden zirka 350 Kubikmeter Holz benötigt.

Dass auf der Baustelle aufgrund der momentanen Holzknappheit das Holz ausgehen könnte, befürchtet Daniel Steffan nicht. Für die Westwand sei alles unter Vertrag und die Firma habe bisher auch keine Schwierigkeiten avisiert. Auch für die Ostwand seien die Aufträge vergeben. Laut Steffan soll der Holzbau an der Westwand mit Brunnenhaus bis Ende des Jahres fertig sein. Leider gebe es auch auf der Baustelle Gradierwerk aufgrund der Situation in der Bauindustrie Probleme. So habe sich trotz europaweiter Ausschreibung für den Dachaufbau der Westwand und für die Fliesenarbeiten im Brunnenhaus keine Firma beworben. Trotzdem bleibt Steffan optimistisch, dass sich auch diese Probleme lösen lassen und die Baustelle weiter planmäßig verläuft.

Zweite Station des Rundganges ist der Bereich Ostwand. Auch der Guss der Ostwand-Solewanne schreitet nun voran. Wie bereits bei der Westwand wird sie in mehreren Abschnitte gegossen. Der Beton, der eingebracht wird, verfügt ebenfalls über eine besondere Dichtigkeit, um Chloriden aus dem salzigen Umfeld später ausreichend Widerstand bieten zu können. Die Fundamente sind teilweise bereits errichtet. In eines der Fundamente wurde die Hülse mit den Dokumenten der Grundsteinlegung einbetoniert. Dieses Fundament erhält laut Knüpfer dann eine Kennzeichnung.

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