Anwandern in Friedrichshöhe Initiative Rodachtal am Rennsteig

Karl-Wolfgang Fleißig

Der nachts zuvor erzürnte Petrus meint es am Sonntag wieder gut mit den Wanderern, die im 300-jährigen Friedrichshöhe, mit dem dortigen Heimatverein, das Anwandern 2025 der Initiative Rodachtal e. V. vollziehen.

Einen ereignisreichen Tag gab es am vergangenen Sonntag in Friedrichshöhe. Hier, in dem kleinen Ort direkt am Rennsteig, fand das diesjährige Anwandern der Initiative Rodachtal e. V. statt. Zum zweiten Mal fand diese Veranstaltung in dem Eisfelder Ortsteil statt und war diesmal Teil der Feierlichkeiten zum des 300-jährigen Bestehen von Friedrichshöhe. Damit werden auch die Geschichte und Tradition des Ortes gewürdigt. Mit dem Initiator, der Initiative Rodachtal, gehörte der Heimatverein Friedrichshöhe, zusammen mit der Stadt Eisfeld, zu den Veranstaltern. Die Wanderschuhe waren geschnürt, der Rucksack gepackt, trockenes Wetter mit Sonne und nur einigen Wolken bei durchaus frischen sieben Grad – der Wettergott meinte es, nach einem Gewitter und Regen am Vorabend, wieder gut.

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Auf 786 Meter Höhe

Es mochten rund 120 Wanderinnen und Wanderer jeglichen Alters gewesen sein, die sich im 786 Meter hoch gelegenen Ort zum Anwandern eingefunden haben, so der Vorsitzende des Heimatvereins Matthias Hartwig. Gekommen waren auch Hildburghausens Landrat Sven Gregor, der stellvertretende Landrat des Kreises Coburg Christian Gunsenheimer, Eisfelds Bürgermeister Christoph Bauer (zugleich Vorsitzender der Initiative Rodachtal) und Sachsenbrunns Ortsteilbürgermeister Mike Hartung sowie Martina Rohner, Geschäftsstellenleiterin der Initiative Rodachtal. Nach der Begrüßung aller durch Matthias Hartwig richteten die genannten Vertreter beider Kreise sowie der Stadt Eisfeld und ihres Ortsteils Sachsenbrunn (zu dem Friedrichshöhe bis 2019 gehörte, als Sachsenbrunn noch selbstständige Einheitsgemeinde war) einige Worte an die versammelten Wanderer.

Für dieses Anwandern standen zwei Strecken zur Auswahl. Da war zum einen die „Wäldlertour“ über rund fünf Kilometer, die mit Wanderführer Ralf Kirchner zu bewältigen waren. Sie führte auf „alten Wegen“ unter anderem über den Moorpfad, den Rennsteig und vorbei am Dreistromstein wieder zurück in den Ort. Die Familientour wiederum ging über drei Kilometer, war auch für Kinderwagen geeignet und wurde von den Wanderführern Heinrich Meusel und Kristin Kromp geführt. Start- und Zielpunkt war die rund 300 Jahre alte Dorflinde inmitten des Ortes. Auf den beiden Wanderrouten war von den Tourleitern einiges zum Ort, der Gegend und der Natur zu erfahren.

Mal in die nähere Umgebung – statt in die Welt

Zum ersten Mal beim Anwandern dabei waren Heike und Lutz Eichhorn aus Sachsenbrunn. Sie wollten einmal in der Nähe wandern, sind sie doch ansonsten „weltweit“ bei Wanderungen unterwegs. Man werde ja auch älter, und wenn man dann später einmal nicht mehr so ohne Weiteres durch die Welt wandern könne, biete sich die nähere Umgebung an, so die beiden. „Man kennt die Welt, aber nicht die nähere Umgebung.“ Jasmin Göhring und Sandra Bapistella sowie die Kinder Grete und Franz waren ebenfalls erstmals bei der Aktion Anwandern dabei. Sie brachten ihr Anliegen genau auf den Punkt: „Wir wollen uns bewegen“. Für den Landrat Sven Gregor ist das Anwandern der Initiative Rodachtal dagegen nichts Neues. Als ehemaliger Vorsitzender der Initiative Rodachtal hat er „schon immer das Anwandern begleitet“. Es ist aus seiner Sicht sehr schön, dass die Veranstaltung in das 300-jährige Jubiläum eingebunden ist. Das Wetter „ist ideal und ich hoffe auf viele Besucher“.

Am Ziel angekommen, konnten die Wanderfreunde etwas gegen Hunger und Durst tun, ein Bäckerauto sorgte für zusätzliche süße Angebote und die Kinder konnten an einer Art Glücksrad drehen. Der Nachmittag wurde musikalisch von den Werrataler Musikanten begleitet. Bemerkenswert: Auch der Sicherheitsaspekt war beachtet worden – die Zufahrt zu diesem Bereich war durch Fahrzeuge abgesichert.

„Entspannend und lehrreich“

Die Meinungen, die nach der Wanderung so zu hören waren, waren durchweg positiv. Die Rede war von „schön“ über „sehr schön“ bis zu „entspannend und lehrreich“ und „interessant“. „Die Organisatoren haben sich viel Mühe gegeben“, und es gab „viele neue Erkenntnisse über die Pflanzen“, waren weitere Aussagen. Ja, es wurde sogar ein Rezept für Sauerampfersalat weitergegeben. Unterwegs konnten nämlich Sauerampfer, Bärwurz oder Fichtentriebe probiert werden, so wurde berichtet. „Der Heu-Heinrich“ – gemeint ist Heinrich Meusel – „ist sehr sympathisch, man kann ihm gut zuhören und er hat die Fakten auch den Kindern gut vermittelt“, dies war ebenfalls zu vernehmen.

Mehr Vereinsmitglieder als Einwohner

Es war ein Tag, der im Jubiläumsjahr wieder in die Chronik von Friedrichshöhe eingehen wird. Übrigens: Obwohl der Ort Friedrichshöhe nur 22 Einwohnerinnen und Einwohner hat, zählt der Heimatverein Friedrichshöhe Rennsteig 52 Mitglieder. Dessen Vorsitzender Matthias Hartwig möchte sich bei all denjenigen bedanken, die bei Organisation und Durchführung dieses Anwanderns mitgeholfen haben. Im Nachgang war von ihm zu erfahren, dass es unterm Strich eine „sehr erfolgreiche Veranstaltung“ bei „schönem Wetter“gewesen war. Auch am Nachmittag habe es nochmals viele Besucher gegeben, und die Werrataler Musikanten seien auch gut angekommen.

Und was die Perspektive dieses Anwanderns betrifft: In Friedrichshöhe waren auch Vertreterinnen der Sportgemeinschaft Ahorn dabei. Dieser Verein hatte im letzten Jahr das Anwandern ausgerichtet und wird sich auch für 2026 wieder bewerben, wie Nadine Müller und Ulrike Umlauf erklärten.