Kundgebung vor dem Konsulat
Schon am Konsulat sei B.s Neffe beobachtet worden, fanden die Ermittler heraus. Als er nach der Kundgebung in einem Taxi die Heimreise antrat, seien ihm drei Männer in einem Auto gefolgt. Schon bald habe der Wagen das Taxi auf einer vierspurigen Nord-Süd-Verbindung, der Kaiserstraße, überholt. Zwei Männer seien aus dem Auto gesprungen. In unmittelbarer Nähe des NRW-Finanzministeriums hätten sie das Feuer eröffnet.
Wer wollte dem Neffen ans Leben?
Ermittler vermuten hinter dem Mordanschlag einen seit Jahren gewalttätig ausgetragenen Streit unter kriminellen Banden, der in der Türkei seinen Ursprung haben soll und sich von dort über Europa ausgebreitet hat.
Die "Daltons" hätten sich mit weiteren Banden zusammengetan, um dem B.-Clan zuzusetzen, verrät ein Ermittler. Man gehe davon aus, dass dies auch der Hintergrund für die aufsehenerregende Bluttat in Düsseldorf sei. Zur Sprache kommt dies beim Prozessauftakt nicht.
Als mutmaßliche Attentäter sitzen ein 39-jähriger Syrer und ein 22-jähriger Türke auf der Anklagebank. Der 39-Jährige war im niedersächsischen Hameln von Spezialkräften festgenommen worden, der 22-Jährige in Gelsenkirchen. In seiner Wohnung waren eine AK 47 Kalaschnikow und eine weitere Schusswaffe sichergestellt worden.
Vierter Verdächtiger ist flüchtig
Der dritte Angeklagte, ein 37-Jähriger, soll ihnen sein Auto als Tat- und Fluchtwagen zur Verfügung gestellt haben. Er ist wegen Beihilfe zum versuchten Mord angeklagt. Nach dem Mann, der zur Tatzeit am Steuer saß, wird noch gesucht. Das Gericht hat für den Prozess 19 Verhandlungstage angesetzt.