Viele Betroffene trauen sich nicht zum Prozess
"Im Gerichtsgebäude ist ja der Angeklagte, ist der Täter und vor dieser Konfrontation haben ganz viele Angst, viele haben auch psychische Probleme und sind gar nicht in der Lage, hier in den Gerichtssaal zu kommen", so Küllmei. Psychische Gründe und auch körperliche Beeinträchtigungen werden auch von anderen genannt. Von denen, die zum Prozess kamen, blicken viele fassungslos, als der Angeklagte spricht. Manche wenden sich ab, andere schütteln die Köpfe.
Mit dem Hubschrauber gebracht
Das Verfahren gehört zu den größten der Nachkriegsgeschichte. Zum Prozessauftakt reisten zahlreiche Medienvertreter aus dem In- und Ausland nach Magdeburg an. Im Zuschauerbereich blieben jedoch zunächst etliche der 100 Plätze in dem Interims-Gerichtsgebäude frei.
Der Angeklagte, der als Arzt im Maßregelvollzug mit psychisch kranken Straftätern arbeitete, wurde mit einem Hubschrauber aus der Haftanstalt Burg nach Magdeburg gebracht. Seit mehreren Tagen befindet sich der Mann in der Obhut des Justizvollzugs Sachsen-Anhalt. Davor hatte er mehrere Monate in Berlin in Untersuchungshaft gesessen. Weitere Details nannte ein Sprecher des Justizministeriums dazu nicht. Nach dpa-Informationen wird al-Abdulmohsen jeweils zu den Prozesstagen geflogen.
Prozess unter hoher Sicherheit
Erfolglos kritisierte der Verteidiger den Sitzplatz hinter schusssicheren Scheiben. Richter Sternberg betonte, der Platz sei wichtig zum Schutz des Angeklagten, er solle so vor möglichen Racheakten geschützt werden.
Das Gebäude ist von einem Zaun mit Stacheldraht umgeben und zusätzlich von mobilen Pollern geschützt. Eine Hundertschaft der Polizei war im Einsatz, fast ebenso viele Justizbeamte aus Sachsen-Anhalt sicherten nach dpa-Informationen den Prozessauftakt ab. Trotz umfangreicher Sicherheitskontrollen begann die Verhandlung nahezu pünktlich.
Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. Das Landgericht Magdeburg hat bis zum 12. März 2026 zunächst knapp 50 Verhandlungstage angesetzt.