Anonyme Umfrage Krach in der Feuerwehr

Ohne Namensangabe sollen die Feuerwehrleute in Hildburghausen Probleme schildern und Lösungen vorschlagen (Symbolfoto). Foto: picture alliance/dpa/Robert Michael

Nach den Querelen in der Hildburghäuser Feuerwehr plant der Bürgermeister nun eine Befragung der Feuerwehrleute – Anonymität ist zugesichert. Die Einsatzbereitschaft der Hildburghäuser Feuerwehr werde durch die bisherige Art der Diskussion „massiv gefährdet“, begründet der Bürgermeister seinen Schritt.

In der Feuerwehr Hildburghausen schwelt ein Konflikt um Personen, der sich negativ auf die Einsatzbereitschaft auswirken kann – sagt Bürgermeister Tilo Kummer. Nun plant er eine Befragung der Feuerwehrleute. Die soll anonym sein, damit ein realistisches Bild entstehen kann.

„Einer für alle, alle für einen!“ – ein Transparent mit dieser Aufschrift und etliche abgelegte Feuerwehrhelme vor der Stadtverwaltung machten vor nicht einmal zwei Monaten deutlich, wie sehr sich Feuerwehrleute wünschten, dass Marcel Koch seine Tätigkeit als Stadtbrandmeister und Wehrleiter wieder aufnimmt. In einem nicht unterzeichneten Brief, der „Freies Wort“ damals zuging, gaben Mitglieder der Hildburghäuser Wehr der Stadtverwaltung eine Mitschuld am Rücktritt von Marcel Koch und seinem Stellvertreter, Johannes Adam.

„Ich habe daraufhin Gespräche mit der Wehrführung sowie mit den zurückgetretenen Kameraden geführt, Lösungen für die aufgetretenen Probleme wurden erarbeitet und auf einer Vollversammlung der Wehr vorgestellt. Ich bin ausgesprochen froh darüber, dass Marcel Koch dann seinen Dienst wieder aufgenommen hat“, erklärte Bürgermeister Tilo Kummer.

Jetzt stellt sich die öffentliche Diskussion plötzlich ganz anders dar. Obwohl in der Vollversammlung alle anwesenden Feuerwehrleute aufstanden, um ihrem Stadtbrandmeister das Vertrauen auszusprechen, wird Marcel Koch von Mitgliedern der Feuerwehr, die nicht genannt werden wollen, nun heftig beschimpft. Gleichzeitig wird der vereinbarte Weg zur Unterstützung der ehrenamtlichen Feuerwehrführung durch Einführung einer hauptamtlichen Koordinierungsstelle beim Bürgermeister kritisiert. „Mit dieser Art der Auseinandersetzung wird die Einsatzbereitschaft der Hildburghäuser Feuerwehr massiv gefährdet!“, befürchtet Kummer.

Da manche offenbar Angst hätten, sich mit offenem Visier zu äußern, werde die Stadtverwaltung nun eine anonyme Befragung durchführen. Fragebögen werden verteilt, deren Beantwortung ein realistisches Bild von der Situation in der Wehr aufzeigen soll. Lösungsvorschläge für Probleme werden gesucht und die Bereitschaft wird abgefragt, Führungsaufgaben zu übernehmen. Zur Abgabe der ausgefüllten Bögen werden versiegelte Wahlurnen in den einzelnen Wachen aufgestellt.

„Ich hoffe auf eine breite und konstruktive Beteiligung an dieser Umfrage“, erklärt Bürgermeister Kummer.

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