Angekommen In der heilen Fichten-Welt auf der Höh‘

Vom Privatwald zieht es Christian Goldstein in den Staatswald: Seit dem 1. Juni ist er Revierleiter im Oberhofer Forstamt und zuständig für das Grün rund um die Rennsteigstadt. Er weiß, wie wichtig es, in der Tourismus-Region  mit Feingefühl zu agieren.

Einen Job, der ihn dauerhaft an den Schreibtisch bindet, hätte sich Christian Goldstein nicht vorstellen können. Schon während seines Forstwirtschafts- und Ökosystemmanagement-Studiums an der Erfurter Fachhochschule sei ihm klar geworden, dass er als Revierleiter arbeiten will. „Am liebsten bei Thüringenforst“, sagt er. Am 1. Juni ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Im Oberhofer Forstamt hat er das Revier rund um die Rennsteigstadt übernommen.

Um sich zu orientieren und ortskundig zu mache n, werde er in den nächsten Wochen öfter mal auf den Wald- und Wanderwegen rund um Oberhof anzutreffen sein, kündigt Christian Goldstein auch. Die  Kollegen hätten ihm schon einiges über seinen neuen Arbeitsort erzählt. Derzeit sei er oft mit ihnen unterwegs. „Die ganzen Informationen erschlagen einen  erst mal. Ich will mich nun nach und nach einarbeiten“, sagt der 33-Jährige.

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Gebürtig stammt Christian Goldstein aus Mühlhausen. Inzwischen ist er in Ernstroda  zu Hause. Über einen Umzug nach Oberhof denkt er daher nicht nach. „Die Strecke schaffe ich in einer guten halbe Stunden“, schätzt er.

 Nach dem Studium absolvierte er sein Anwärterjahr, den Vorbereitungsdienst für den gehobenen technischen Forstdienst, in Bayern. „Ich wollte aber unbedingt zurück nach Thüringen“, sagt er.  2016  wurde er Revierleiter bei der Herzoglich Sachsen-Coburg und Gotha’schen Forstverwaltung  in Bad Tabarz. Er kümmerte sich um den Privatwald von Prinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha im Revier Tabarz-Friedrichroda. Dann entdeckte er die Stellenausschreibung für den Revierleiterposten in Oberhof und sah darin eine neue berufliche Chance.

Enge Abstimmung nötig

„Ich hatte schon in meinem bisherigen Revier viel mit dem Tourismus zu tun“, sagt Christian Goldstein. Feingefühl im Winter, wenn die Waldwege geloipt sind, wolle er auch in Oberhof walten lassen.  Daher sei ihm eine   enge Abstimmung mit der Stadtverwaltung wichtig. „Ich hatte sogar eine Bobbahn im Revier“, zieht er eine weitere Parallele.

Anders als in Friedrichroda habe er auf der Höh’ eine relativ „heile Welt“ angetroffen, was den Borkenkäferbefall der Fichten angehe. „Mein bisheriger Einsatzort lag zwar auch hoch, auf etwa 600 bis 800 Metern. Da hatten wir aber schon ordentlich zu tun mit dem Schädling. In Oberhof ist das zum Glück  noch   anders“, schildert Christian Goldstein seinen ersten Eindruck. Sein Ziel ist es, möglichst viel von eben jener heilen Fichten-Welt zu erhalten. „Es bleibt spannend in den nächsten Jahren, was den Borkenkäfer betrifft“, sagt er. at