Die Enttäuschung stand am Dienstagabend nicht nur der Suhler Ausnahme-Rennrodlerin Merle Fräbel ins Gesicht geschrieben: Auch die Fans aus der Heimat, die sie an der Olympiabahn im italienischen Cortina anfeuerten und mit ihr feiern wollten, mussten sich mit einem achten Platz begnügen. Die Erwartungen in ihrer Heimatstadt waren hoch an die junge Sportlerin; von einem Goldtag für Suhl war in regionalen Medien und sozialen Netzwerken die Rede, denn auch Felix Hoffmann, der zwar längst nicht mehr in Suhl wohnt, aber noch Mitglied des hiesigen SWV Goldlauter-Heidersbach ist, wurde zur Suhler Medaillenhoffnung hochstilisiert. Wurde die 22-Jährige bei ihren ersten olympischen Spielen vielleicht zu sehr hochgejubelt? War der Druck aus ihrer Heimatstadt zu groß?