Andreas Heinkel im Gespräch „Es liegt an uns, Veränderungen nicht zu fürchten . . .“

Die Macher von „Freies Wort“, "Meininger Tageblatt" und "Südthüringer Zeitung" planen eine bisher in der Region unikate Transformation der Tageszeitung. Geschäftsführer Andreas Heinkel erklärt die Strategie im Interview und hat dabei ein Zitat des früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck im Hinterkopf: „Es liegt an uns, Veränderungen nicht zu fürchten, sondern sie als Aufgabe anzunehmen.“

Verlagsleiter Pierre Döring (links) und Geschäftsführer Andreas Heinkel (Zweiter von links) im Gespräch zur Azubi-Messe „FutureGram“ in Hildburghausen. Foto: Bastian Frank

Die Macher von „Freies Wort“, "Meininger Tageblatt" und "Südthüringer Zeitung" planen eine bisher in der Region unikate Transformation der Tageszeitung, die sich am gesellschaftlichen Wandel orientiert und die Zeitung der Zukunft hervorbringen wird. Geschäftsführer Andreas Heinkel erklärt die Strategie im Interview und hat dabei ein Zitat des früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck im Hinterkopf: „Es liegt an uns, Veränderungen nicht zu fürchten, sondern sie als Aufgabe anzunehmen.“

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Wie werden wir in einem Jahr die Heimatzeitung lesen?

Ich würde sagen: So wie es uns am besten gefällt. Wir werden je nach Tageszeit, Wochentag, Umständen lokale Inhalte konsumieren, wie sie in unser Leben passen. Mal gedruckt am Frühstückstisch, mal auf dem Handy in der Mittagspause, mal unterwegs.

Und wie in zehn Jahren?

Wahrscheinlich ausschließlich digital und auf verschiedensten Kanälen. Die Möglichkeiten des Medienkonsums verändern sich ständig, werden immer individueller. Es bleibt spannend. Klar ist: Die Zukunft des Journalismus liegt im Lokalen. Keine künstliche Intelligenz kann diese Arbeit und diesen Dienst an der Gesellschaft ersetzen.

Was hat Sie zur Zeitung der Zukunft bewegt?

Der gesellschaftliche Wandel und der technische Fortschritt. Wir stellen uns Trends oder setzen sie, bleiben so erfolgreich.

Werden die Veränderungen all unsere Leser mitnehmen und zufriedenstellen?

Es wird sich für manch einen zunächst holprig anfühlen, vielleicht auch ein Gefühl der Unzufriedenheit oder Ablehnung hervorrufen, aber ich glaube, garantieren zu können, dass jeder, der sich darauf einlässt, das Neue zu testen, begeistert sein wird.

Was ist der Mehrwert dieses Transformationsprozesses?

Wir stellen uns zukunftsfähig auf, sodass wir wirtschaftlich arbeiten und auch künftig qualitativ hochwertigen, ordentlich recherchierten Lokaljournalismus liefern können.

Was wird sich für den Leser noch im Jahr 2024 spürbar verändern?

Wir werden in Südthüringen teilweise übergreifender berichten und das digitale Angebot – also das E-Paper – so anbieten, dass es für das gleiche Geld wie bisher mehr Informationen gibt. Wir werden unsere neue Plattform „Bei uns daheim“ installieren und Institutionen und Vereinen mehr Platz in unserer lokalen Berichterstattung bieten.

Welche Gefahren birgt der Wegfall einer Lokalberichterstattung für die Gesellschaft und Regionen?

Es wäre fatal, wenn neutrale und objektive Betrachtungen wegfielen. Meinungsvielfalt würde schwinden, gesellschaftliche Gräben sich vertiefen. Unsere Arbeit ist elementar wichtig. Deshalb halten wir am Lokaljournalismus fest und suchen Lösungen, ihn bezahlbar und verfügbar bleiben lassen.