An einem Tag Polizei vollstreckt 145 Haftbefehle

Polizei und Justiz in Thüringen lassen sich nicht mehr auf der Nase herumtanzen. Im gesamten Freistaat haben die Handschellen bei einem Großeinsatz geklickt.

Handschellen (Symbolbild). Für 27 Personen endete der Fahndungstag hinter Gittern. Zusammen bringen sie es auf 2608 Hafttage, die nun abgesessen werden müssen. Der Rest kaufte sich frei. Foto: picture alliance/dpa

Mit einem landesweiten Fahndungstag hat die Thüringer Polizei am Donnerstag offene Haftbefehle abgearbeitet. Seit den frühen Morgenstunden waren Beamte unterwegs, von ländlichen Dörfern bis in die Innenstädte. Ihr Ziel: Menschen aufzuspüren, die ihre Strafen bislang nicht angetreten oder Zahlungsbefehle ausgesessen hatten.

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Am Ende des Tages zogen die Behörden ein positives Fazit. 145 Haftbefehle gegen 131 Personen wurden vollstreckt. Die Bilanz ist ein Querschnitt durch das kleine Einmaleins der Kriminalität: Körperverletzung, Eigentums- und Betrugsdelikte, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz – und immer wieder nicht bezahlte Geldbußen. Dabei handelte es sich bei 78 Prozent um Männer und 22 Prozent Frauen. Auf zwei Fälle politisch motivierter Kriminalität stießen die Einsatzkräfte ebenfalls.

Haft oder zahlen – viele entschieden sich fürs Portemonnaie

Für 27 Personen endete der Tag hinter Gittern. Zusammen bringen sie es auf 2608 Hafttage, die nun abgesessen werden müssen. In den übrigen Fällen hieß es: zahlen oder sitzen. 97 Menschen entschieden sich für den schmerzhaften Griff ins Portemonnaie – insgesamt 51.382,97 Euro nahm die Polizei ein, Gebühren inklusive.

Einer setzte die Messlatte besonders hoch: Ein 40-jähriger Mann aus dem Raum Erfurt musste zur Abwendung einer Pfändung wegen Steuerhinterziehung knapp 33.600 Euro begleichen. Er einigte sich schließlich auf eine Ratenzahlung. Andere drückten sich weniger erfolgreich: Drei Personen brachten es auf gleich drei Haftbefehle – kleine persönliche Rekorde am Rande.

Zufallsfund im Landkreis Gotha

Dass Fahndungstage auch Überraschungsmomente bereithalten, zeigte ein Einsatz im Landkreis Gotha. Dort stießen Polizisten bei der Vollstreckung eines Haftbefehls auf rund 40 Gramm Methamphetamin und Amphetamin. Die Drogen wanderten in die Asservatenkammer, der Verdächtige in ein neues Ermittlungsverfahren.

Die Polizei wertete den Fahndungstag als wichtigen Beitrag zur inneren Sicherheit. Der Abbau offener Haftbefehle entlaste die Behörden und setze zugleich ein Zeichen: Wer Beschlüsse ignoriert, muss damit rechnen, dass die Staatsmacht irgendwann klingelt – und sich nicht mit einer höflichen Einladung begnügt.