American Football Die Sachsen bringen Schmerzen mit

Keine 45 Punkte wie sonst: Diesmal genügen dem Gewinner der Partie Suhl Gunslingers gegen Freiberg Phantoms zwölf Punkte. Foto: frankphoto.de/Karl-Heinz Frank

Auf die Punktefestivals der letzten Duelle folgt eine harte Defensivschlacht, die die Freiberg Phantoms mit 12:7 für sich entscheiden. Aber das ist noch nicht einmal die schlechteste Nachricht für die Footballer der Suhl Gunslingers.

Suhl - Der amerikanische Orthopäde Jerome D. Tossy dürfte für American Footballer Tom Lohfink bislang ein Name ohne Bedeutung gewesen sein. Seit Sonntagnachmittag kennt der Suhler den 2009 verstorbenen Arzt aus den USA und das, wofür er bis heute in der Medizin bekannt ist. Der Linebacker der Suhl Gunslingers erlebt das Ende der Begegnung zwischen Südthüringens erster (und bis heute einzigen) American Football-Mannschaft und den Freiberg Phantoms nicht vor Ort im Auestadion.

Stattdessen liegt Tom Lohfink im Suhler Klinikum und lernt besagten Jerome D. Tossy besser kennen. Der amerikanische Orthopäde hat sich in der Medizin vor allem dadurch einen Namen gemacht, weil er 1963 eine Einteilung der Schultereckgelenksverrenkungen veröffentlicht hat, nach der Ärzte auch anno 2021 noch derartige Verletzungen anhand der Bezeichnungen Tossy I bis III unterscheiden.

Tom Lohfink hat die unschönste Stufe als Diagnose übermittelt bekommen: Tossy III. Das bedeute, schreibt Lohfink später, dass alle Bänder, die das Schlüsselbein unten halten, ab sind. „Deshalb steht es jetzt im Nacken nach oben.“ Fast möchte man den Mitgründer der Suhler „Revolverhelden“ eine tragische Figur nennen. Zweieinhalb Jahre hat er gewartet und auf den Tag seiner Rückkehr auf das geliebte Grid­iron hintrainiert. Am Sonntag stand der 29-Jährige nach zwei überstandenen Kreuzbandrissen endlich wieder auf dem Feld. Nun das erneute Aus in einem Spiel, das so anders war als die vorangegangen Duelle gegen die Freiberg Phantoms aus Sachsen in der letzten normalen Saison 2019.

Wo in der Premierensaison auf den punktereichen 45:37-Heimsieg der Gunslingers in Sachsen eine 0:45-Pleite folgte, sahen die knapp 500 Zuschauer im Auestadion nun eine Schlacht der Defensiven, die mit einem 12:7 für die Sachsen endete. Viel härter, viel physischer als noch vor zwei Jahren sei es gewesen, beschreibt es der Defense-Coach der Phantoms, Norman Schreiter.

Schreiter geht nach dem Schlusspfiff kurz baden, als ihm seine Spieler das Fass mit Erfrischungsgetränken über den Kopf schütten. Der Defense-Cheftrainer der Freiberger hätte sich das Lachen aber wahrscheinlich auch nach einer Niederlage nicht verkneifen können. Zu groß die Freude über die Rückkehr in den Spielbetrieb. Während die Suhler am Sonntag ihre Auftaktpartie schon hinter sich hatten, absolvierten die Phantoms in Südthüringen ihr erstes Spiel nach gut zwei Jahren Stillstand. „Man hat gemerkt, dass die Leute nicht eingespielt sind“, meinte Norman Schreiter nach dem Spiel.

Dennoch reichte es am Ende für einen Lauf-Touchdown sowie zwei Field Goals, die am Sonntag die Wende brachten. Bis dahin führte Suhl mit 7:6 dank des allerersten Touchdowns von Lukas Hübner, einem ehemaligen Spieler der Mittelstreu Tigers, der heute in Schmalkalden zu Hause ist. Doch nach der Führung zog die Nervosität ins Suhler Spiel ein. Die Gäste wirkten hungriger – und bissen schließlich zu.

Ihr letztes Spiel in dieser verkürzten Saison bestreiten die Gunslingers am Sonntag, 17. Oktober, gegen Liganeuling Salzland Racoons aus Sachsen-Anhalt. Kick-off für das letzte Heimspiel ist bereits um 14 Uhr.

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