Am 3. Oktober in Sonneberg Einfach quatschen und Radfahren

Kennen sich bestens aus auf den Routen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze: Jan Wiedemann (links) und Tino Steinhorst aus Neuhaus am Rennweg. Foto:  

Wer am 3. Oktober als sportlich Ambitionierter keine Lust auf den Rennsteiglauf hat, der könnte bei der Interessenvereinigung Radcore Sonneberg bestens aufgehoben sein.

Sonneberg - Es ist nicht neu, dass am Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) alljährlich entlang der Grenze Veranstaltungen stattfinden. Die wenigsten davon sind aber sportlicher Natur – mit einer Ausnahme: Radcore Sonneberg (RDCR) lädt ambitionierte Rennradfahrer zu einem „Wiedervereinigungsride“ – auch RDCR United genannt – ein. „Mittlerweile haben wir Anmeldungen aus Dresden, Kassel, Coburg, Rodach und Sonneberg. Im Status auf der Facebook-Seite sind sogar 100 Interessierte vermerkt“, meint Paracycler Jan Wiedemann.

Der Sonneberger und seine Kumpel veranstalten den „RDCR united“ schon seit vielen Jahren. Start und Ziel ist auch dieses Jahr der Sonneberger Rathausplatz. Doch sollten dort am Sonntag, 8 Uhr, nur wirklich Trainierte erscheinen, denn die geplante Strecke hat es in sich: 30 Mal quert die Route die ehemalige innerdeutsche Grenze und „hält symbolisch Ost und West untrennbar zusammen“, genauso wie das aus dem Osten und Westen gemischte Fahrerfeld. 180 Rennradkilometer und 2400 Höhenmeter sind zu meistern, auch wenn Wiedemann dabei etwas tiefstapelt. „Das wird ein hügeliger Ride, kein Geballer, kein Drama. Wir wollen einfach quatschen und dabei Radfahren.“ Wichtig: Bei dieser Aktion handelt es sich um kein Radrennen und auch keine Radtouristikfahrt (RTF), und „jeder fährt auf eigene Verantwortung“.

Paracycler Wiedemann hat die diesjährige Strecke selbst geplant, ist sie abgefahren und hat alles „Lebensnotwendige drumherum“ organisiert. Neu ist allerdings der Partner in diesem Jahr – die Besi & Friends-Stiftung. Die von der Stiftung gestartete Mitmachaktion „Grenzenlos“ wird am 3. Oktober, dem letzten Tag dieser Kampagne, mit dem „RDCR united“ enden. Dabei geht es auch darum, dass sich Radfahrer aus ganz Deutschland mit ihrer eigenen Tour entlang der Grenze wieder näher kommen. Geplant ist, am Ende diese Grenztouren von Süd- bis Norddeutschland zu verbinden und damit nicht nur virtuell ein Netzwerk Gleichgesinnter zu formen. „Am Ende soll sozusagen ein durchgängiger Reißverschluss entstehen“, meint der Sonneberger.

Für den 3. Oktober hat er noch ein paar Tipps für die Mitfahrer: „Wir fahren moderat. Es wird auf alle gewartet. Es gibt kein Geballer. Und unterwegs, irgendwo, machen wir auch Einkehr – mit lecker Kaffee und Kuchen. Also steckt euch nen Zehner in die Tasche.“ Zum Schluss ist, wie jedes Jahr, noch ein Abschlussbild an der geschichtsträchtigen „Gebrannten Brücke“ geplant. fri

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