Am 3. Mai Verkaufsoffener Sonntag zum Töpfermarkt?

Jessie Morgenroth

Vergangenes Jahr gab es den Töpfermarkt erstmals nicht mit einem Autofrühling – und ohne verkaufsoffenen Sonntag. Wie steht es dieses Mal um offene Läden am Sonntag?

Auch in diesem Jahr gibt es zum Töpfermarkt in der Ilmenauer Lindenstraße wieder Töpfer-Mitmachangebote. Foto: Pavel Chatterjee

Noch zwei Wochen, dann wird’s am Ende der Lindenstraße wieder wuselig. Dann drängen sich Handwerksliebhaber wieder zwischen den Ständen hindurch. Schauen, nehmen in die Hand, kaufen Tassen, Vasen, Figuren und mehr. Der Töpfermarkt in Ilmenau ist nicht nur bei den Einheimischen beliebt – seit Jahren kommen hier auch Besucher von weiter her, um kleine Kunstwerke von Schaffenden aus ganz Thüringen oder auch Sachsen mit nach Hause zu nehmen.

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Handwerkskunst an jeder Ecke. Foto: Pavel Chatterjee

Dass in der Vergangenheit immer zeitgleich auch Autofrühling war, hat für eine proppevolle City gesorgt. Und für ein lohnendes Geschäft für die Händler und Gewerbetreibenden bedeutet. Seit vergangenem Jahr ist der Autofrühling in Ilmenau allerdings passé; es gibt am ersten Wochenende im Mai bloß noch den Töpfermarkt. Und im vergangenen Jahr blieben die Läden am Sonntag zu. Diesmal hatten sich die Händler Hoffnung auf einen verkaufsoffenen Sonntag am 3. Mai gemacht. Doch klappt das auch?

Offiziell ist bisher nichts, bestätigen die Gewerbetreibenden wie auch die Stadt. Denn die Ladenöffnung sei zwar beim Kreis beantragt und eine Genehmigung wohl mündlich auch in Aussicht gestellt worden, allerdings gilt eine verbindliche Zusage erst mit der Veröffentlichung im Amtsblatt – und das nächste erscheint erst am 28. April, also wenige Tage vor der Veranstaltung selbst.

Mündliche Zusage vom Kreis

Konstanze Henklein von der Boutique Klamotte baut auf die mündliche Zusage. Sie sei froh, dass der verkaufsoffene Sonntag diesmal stattfinden könne. Sie spricht im Namen der Händler: Sehr viele Geschäfte, vor allem im hinteren Teil der Fußgängerzone Richtung Lindenstraße, wollen sich beteiligen. „Für die Kunden werden wieder die roten Teppiche ausgerollt“, sagt sie. Die Geschäfte haben am Samstag von 10 bis 16 und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Tolle Keramik gab es beim Töpfermarkt in Ilmenau zu sehen. Foto: Pavel Chatterjee

„Wir wollen die verkaufsoffenen Sonntage nutzen, wenn wir die Möglichkeit haben“, sagt Henklein. Sie weiß: „Ohne einen Verein dahinter wäre es für uns ein riesiger Aufwand – daher sind wir natürlich auf die Stadt angewiesen und froh, wenn es klappt. Wir wollen Ilmenau schließlich nach vorne bringen“, so die Boutique-Inhaberin. Dass nicht alle Händler am verkaufsoffenen Sonntag teilnehmen wollen, könne sie jedoch verstehen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es lange keine Bestätigung des Termins gab und „die Stadt auf den Flyern und Plakaten auch nicht mit dem verkaufsoffenen Sonntag geworben hat“, sagt sie.

Zu spät beantragt?

Ob das daran liegen könnte, dass die Stadt den verkaufsoffenen Sonntag zu spät beantragt hat, wie den Zuständigen im Rathaus vorgeworfen wird? Mehrere Händler haben diese Kritik unabhängig voneinander gegenüber der Redaktion geäußert.

Das will Nico Debertshäuser, Leiter des Amts für Stadtmarketing, Kultur und Freizeit, so nicht stehen lassen. Er erklärt auf Nachfrage der Redaktion, dass es schon längere Zeit Überlegungen und Gespräche mit den Ilmenauer Kaufleuten wegen des geöffneten Sonntages zum Töpfermarkt gegeben habe.

Zum Töpfermarkt im vergangenen Jahr konnte allerlei Keramik gekauft werde. Die anderen Geschäfte blieben aber zu. Erstmals gab es keinen Autofrühling und somit auch keinen verkaufsoffenen Sonntag. Foto: Pavel Chatterjee

„Das Meinungsbild über eine Beteiligung der Händlerschaft an einem verkaufsoffenem Sonntag zum Töpfermarkt war bis zuletzt unscharf“, sagt er. Dennoch habe man sich im Rahmen des Antragsverfahrens als Stadtverwaltung entschieden, den Töpfermarkt-Sonntag auch ohne den – zuletzt ausgefallenen und zuvor zeitgleich stattfindenden – Autofrühling für eine Ladenöffnung aufgrund des Besucherandrangs zu beantragen.

Hinsichtlich der Frage nach dem Zeitpunkt der Antragstellung gebe es, so Debertshäuser, unterschiedliche rechtliche Auffassungen darüber, welche Unterlagen die Stadt in welchem Umfang beim Landratsamt für die Genehmigung des verkaufsoffenen Sonntags einreichen müsse.

Stadt: Februar noch nicht zu spät

„Während die Stadt davon ausgeht, dass für wiederkehrende Veranstaltungen ein einfaches Verfahren mit reduzierten Antragsunterlagen ausreiche, besteht das über den Antrag zu befindende Landratsamt auf einen Umfang der Unterlagen wie bei einer kompletten Neubeantragung. Dies wiederum verzögerte die Antragstellung bis Mitte Februar“, so Debertshäuser. Das könne nach seiner Auffassung dennoch nicht als zu spät eingeschätzt werden.

Mit der in Aussicht gestellten Rechtsverordnung erwartet die Stadt Ilmenau nun auch die Genehmigung für den Sonntag zum Altstadtfest. Sobald ein Interessenbekundungsverfahren für das Lichterfest in diesem und in Folgejahren durchgeführt wurde, wird die Stadt Ilmenau auch hierfür einen Antrag auf Ladenöffnung stellen, heißt es aus dem Rathaus.

Ein Geschäft, das am 3. Mai definitiv geschlossen bleiben wird, ist das Sportfachgeschäft Intersport Prediger, wie Mitinhaberin Sandra Schmidt erklärt. Der Grund: Der Töpfermarkt wird in der Lindenstraße veranstaltet ... das lohne sich für ihr Geschäft im vorderen Teil der Fußgängerzone, der Friedrich-Hofmann-Straße, nicht. Die Idee, den Markt weiter nach vorne in die Stadt zu verlegen, sodass auch die dort beheimateten Händler näher dran sind und vom verkaufsoffenen Sonntag profitieren, habe bei der Stadt bislang aber kein Gehör gefunden, sagt sie.

Aufwand-Nutzen nicht gegeben

Und auch Kerstin Schneider vom Vorstand der Konsumgenossenschaft Ilmenau erklärt für das Citykaufhaus: „Es würde sich für uns nicht lohnen, Sonntag zu öffnen“. Sie müsse mindestens sechs Mitarbeiter beschäftigen, ihnen Sonntagszuschläge zahlen ... dafür, dass vermutlich kaum ein Kunde vorbeikäme. Denn diese würden sich von der Lindenstraße nicht so weit in die Fußgängerzone „verirren“. „Töpfermarkt und auch Weihnachtsmarkt an dieser Stelle bringen uns leider nichts. Das ist sehr schade, denn wir machen eigentlich möglich, was möglich zu machen ist. Aber ich kann es mir nicht leisten, Verluste zu fahren“, sagt sie.

Kerstin Schneider würde sich wünschen, dass Töpfer- und Weihnachtsmarkt rund um den Apothekerbrunnen zentriert würden – von da aus in beide Richtungen in die Fußgängerzone hinein liefen. „Stadtfest und Lichterfest zeigen, dass es dann auch für Händler in unserer Richtung gut funktioniert.“