Am 12. Juni Drei unverschlossene Gartenpforten

Der Stengelsche Garten in Schmalkalden. Foto:  

Drei Gartenbesitzer in der Region lassen die Pforten ihrer grünen Paradiese am Sonntag unverschlossen, Gäste sind willkommen. Zu sehen sind ein naturnaher Garten in Breitungen, der Schlosspark der Todenwarth und ein historischer Villengarten in der Stadt.

Fremde Gärten zu besuchen, die man normalerweise nicht einfach betreten kann, sich Anregungen und Tipps zu holen und mit anderen Hobbygärtnern zu plaudern – das steckt hinter der Idee der „Offenen Gärten“. Auch der Altkreis Schmalkalden stand schon mit mehreren Adressen auf der Liste der „Offenen Gärten“; in diesem Jahr reicht die Zahl der Gärten nicht für eine offizielle Teilnahme. Die Breitunger Hobbygärtnerin Regina Langer suchte im Frühjahr Mitstreiter für die Aktion (wir berichteten), doch der Aufruf verhallte folgenlos.

So bleiben in dieser Saison nur die Besitzer dreier Gärten, die an der Tradition der „Offenen Gärten“ festhalten und sie in der Region verwurzeln wollen. Daher laden sie am kommenden Sonntag, 12. Juni, zum Tag der „unverschlossenen Gartenpforten“. Von 13 bis 18 Uhr sind die drei Gärten in Breitungen, Fambach und Schmalkalden geöffnet.

Mit dieser - rein privaten – Initiative, erhoffen sich die Hobbygärtner auch einen werbenden Effekt. Vielleicht fänden sich ja durch den Besuch weitere Gärtner, die sich vorstellen können, ihren eigenen Garten im kommenden Frühsommer zu öffnen, hofft Regina Langer. Sie sieht die Gartenkultur als bedeutenden Bestandteil der Kultur – ein Thema, das sie bei mehreren Reisen nach England vertieft hat. Dort soll immerhin die sprichwörtliche „Wiege der europäischen Gartenkultur“ stehen.

In Breitungen wohnt Familie Langer passenderweise „Am Blumengrund 3“. Vor und hinter dem Haus erstreckt sich ein etwa 2000 Quadratmeter großer typischer Landgarten. Der Nutzgarten einschließlich der Obstbaumwiese hat sich über Generationen entwickelt. Der Ziergarten vor dem Haus ist als Präriegarten angelegt. Dort wachsen Pflanzen, die nur wenig Wasser benötigen. „Nach zwei Jahren hat man keine Arbeit mehr damit“, sagt Regina Langer, dennoch blühe es fast das ganze Jahr über. Im gesamten Garten spielt der Umweltgedanke eine Rolle, die naturnahe Gestaltung nach den Prinzipien der Permakultur. Das gärtnerische Denken und Handeln ist geprägt von der Verwirklichung geschlossener Kreisläufe – „der Garten als Erlebnis und Nutzgarten in Einklang mit der Natur“, heißt es in der Beschreibung zu den „unverschlossenen Gartenpforten“. Besucher können am Sonntag in der Straße vor dem Haus parken.

Der „Stengelschen Garten“ liegt in Schmalkalden am Schmiedhof 19. Es handelt sich um einen historischen Villengarten hinter Klostermauern im Zentrum der Stadt. Die geschwungenen Rundwege laden zum Erkunden ein und werden von einer Vielzahl von alten Gehölzen, Sträuchern und Obstbäumen gesäumt. Die verschiedenen Sichtachsen im Garten eröffnen immer wieder neue Perspektiven. Besucher erwartet eine wildromantische Blumenpracht, darunter Stauden- und Rosenrabatten und ein Rosenrondell. Am Sonntag begleiten die Familien Kuhn/Saarmann und Handy/Besch durch den Garten. Parken ist entlang des Schmiedhofs oder auf den Innenstadt-Parkplätzen möglich.

Im Park des Schlosses Todenwarth lässt sich zwischen teils seltenen Bäumen Geschichte atmen. Im Mittelalter bis zur frühen Neuzeit war die Todenwarth eine burgähnliche Zollstation und südwestlicher Eckpunkt der Schmalkalder Landwehr, sie wurde nach der Zerstörung im 30-jährigen Krieg teilweise wieder aufgebaut. Danach war es bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein Gutshof und landwirtschaftlicher Betrieb. Das fast verfallene Gutshaus mit den nördlichen Teil des Areals wurde 1996 von Todenwarth-Nachfahren erworben und restauriert, die Eigentümer gestalteten den 4500 Quadratmeter großen Garten parkartig. Am Sonntag führt die Familie Halbig durch den Park. Oberhalb des Schlosses gibt es einen eigenen Parkplatz.

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