Altkreis Schmalkalden Schneeberge wie schon seit Jahren nicht mehr

Ein Niederschlagsgebiet hat am Dienstag in der Region ergiebige Schneefälle gebracht. Im Straßenverkehr kam es zu Staus und Verzögerungen. Der Polizei wurden aber nur wenige Unfälle gemeldet.

Schmalkalden - Die Brotteroder kamen am Dienstag gar nicht mit dem Schneeschippen hinterher. In der Nacht hatte der Flockenwirbel eingesetzt und bis um 7 Uhr rund zehn Zentimeter Neuschnee gebracht. Doch anders als vom Wetterdienst vorhergesagt, entfaltete die Schneefront erst im Laufe des Tages ihre volle Wucht. Bis zum frühen Nachmittag schneite es kräftig weiter. Die Schneedecke im Ort erhöhte sich auf 40 Zentimeter, das Gebirge trägt einen noch dickeren Schneemantel. Nach Angaben der Wetterportale kamen im Bereich der Grenzwiese (732 Meter N. N.) 28 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zusammen. Damit setzte sich diese Wetterstation an die Spitze aller offiziellen Messstellen in Südwestthüringen. In der Ortslage Brotterode türmten sich inzwischen Schneewälle. Am frühen Nachmittag stand der sich zunächst dahinschleppende Verkehr zeitweise still.

Ein ähnliches Bild bot sich im Haseltal, wo der Winterdienst mit ähnlichen Neuschneemengen zu kämpfen hatte. Obwohl die Bauhofmitarbeiter seit dem frühen Morgen, ab 4 Uhr, im Einsatz waren, mussten sie sich auf die wichtigen Hauptverkehrsstraßen im Stadtgebiet beschränken. Bis zum Mittag waren auch hier rund 30 Zentimeter Neuschnee gefallen.

Zwischen 3 und 3.30 Uhr beginnt für den Schmalkalder Bauhof der Winterdienst. So auch am Dienstag. 20 Männer waren im gesamten Stadtgebiet sowie in den sechs Ortsteilen im Einsatz, schätzt Holger Dellit. Als ihn die Heimatzeitung um die Mittagszeit telefonisch erreichte, hatte der stellvertretende Bauhofleiter gerade seine zweite Tour begonnen. „Wir kommen aufgrund der reichlichen Schneefälle mit dem Räumen nicht hinterher“, sagte Dellit. Noch am späten Dienstagabend waren die Männer unterwegs.

Erschwerend kam hinzu, dass drei Beschäftigte des Bauhofes positiv auf das Coronavirus getestet worden sind und ein Kollege in Quarantäne musste. Zudem gab es einige technische Probleme bei Fahrzeugen. Dementsprechend heiß lief das Telefon im Rathaus und im Bauhof. Die einen zeigten Verständnis für die Situation und gaben sachliche Hinweise, andere wiederum schimpften und waren ungehalten, hieß es aus der Verwaltung. Viele Schmalkalder griffen hingegen selbst zur Schippe und räumten die Gehwege frei. Vor allem die Kinder freuten sich über den vielen Schnee.

Die Durchgangsstraße von Wernshausen bis Ortsausgang Springstille räumt im Auftrag der Stadt Schmalkalden seit 2018 die Spengler Logistik aus Walldorf.

Die ohnehin guten Wintersportbedingungen in der Rennsteig-Region haben sich noch einmal verbessert. In Brotterode stand das Team vom Forst-Bauhof bereit, um Skiwege herzurichten. Der Skilift am Seimberg wird aber wegen der Corona-Bestimmungen nicht in Betrieb gehen, genauso wenig wie der Lift am Knüllfeld in Steinbach-Hallenberg. Auch dort werden aber etliche Kilometer Langlauf-Loipen hergerichtet.

Im Werratal blieben Behinderungen durch den Schneefall weitgehend aus. „Wir haben es im Griff“, meldete Fambachs Bürgermeister Ralf-Peter Schmidt (CDU) um die Mittagszeit, der Bauhof sei voll einsatzfähig und das Salzlager der Gemeinde erst am Montag aufgefüllt worden. Zehn Tonnen liegen dauerhaft bereit. Auch in Breitungen gab es zumindest keinen, der sich im Rathaus über ungeräumte Straßen beschwert hätte. „Wir sind hier unten ja auch nicht so betroffen“, sagt Bürgermeister Ronny Römhild. „Die Straßen sind schwarz“, hieß es am Mittag. Der Bauhof ist bei solchen Wetterlagen planmäßig ab 4 Uhr im Einsatz. Der Weg zum Bahnhof gehört zu den ersten Straßen, die am frühen Morgen geräumt und gestreut werden. Das funktioniere gut, „ich bin zufrieden“, sagt Römhild. Auch Schwallungens Bürgermeisterin Martina Pehlert (CDU) lobt ihre Bauhof-Mannschaft, die mit allen verfügbaren Fahrzeugen in den vier Ortsteilen unterwegs ist. Die Männer seien „wie die Wetterfrösche“, verfügen über eine entsprechende Wetter-App und seien „ die Ersten und Letzten, die im Einsatz sind“. Darauf könne sie sich verlassen. Verkehrsunfälle waren trotz der Wetterlage selten. Der Polizei in Meiningen wurden nur fünf kleinere Karambolagen gemeldet; die meisten kurioserweise aus dem Raum Meiningen, wo es nur moderat geschneit hatte. th/sö/uf/wlm

 

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