Und was ist mit dem Rentenniveau?
Hier gilt bis 2031 die sogenannte gesetzliche Haltelinie, bis dahin darf es nicht unter 48 Prozent sinken. Danach dürfte es nach unten gehen, wenn die Politik keine Gegenmaßnahmen beschließt. "Ab dem Jahr 2032 sinkt es dauerhaft unter 48 Prozent", hatte der Vorsitzende des Bundesvorstands der Deutschen Rentenversicherung, Alexander Gunkel, im Herbst unter Verweis auf Vorausberechnungen gesagt und ein Niveau von 46,3 Prozent genannt.
Warum wird seit Jahrzehnten über die Rente diskutiert?
Weil das System durch die Bevölkerungsentwicklung unter Druck gerät. Menschen leben länger, die Zahl der Rentner steigt, geburtenstarke Jahrgänge gehen in den Ruhestand. Gleichzeitig werden weniger Kinder geboren. Das Rentensystem funktioniert nach dem Umlageprinzip: Die arbeitende Bevölkerung zahlt mit ihren Beiträgen die laufenden Renten.
Laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung kommen heute auf einen Altersrentner zwei Beitragszahler, Anfang der 1960er Jahre waren es noch sechs. Die politische Debatte dreht sich darum, wie die Lasten verteilt werden.
Welche Möglichkeiten hat die Politik?
Wenige, die ohne Belastungen auskommen. Höhere Rentenbeiträge belasten Beschäftigte und Unternehmen, mehr Steuergeld in die Rentenkasse belastet den Bundeshaushalt. Ein höheres Renteneintrittsalter oder ein sinkendes Rentenniveau träfen die künftigen Rentner. Auch eine stärkere private oder betriebliche Altersvorsorge kostet Beschäftigte und Unternehmen Geld. Renten zu kürzen, ist gesetzlich durch die sogenannte Rentengarantie ausgeschlossen. Das zu ändern wäre extrem unpopulär und steht daher nicht zur Debatte.