In Vereinen, Gaststätten, Kirchengemeinden ist der Brauch längst angekommen, ein sanfter Drang zur Kommerzialisierung wird beklagt, aber ist der Sache an sich nicht abträglich. Am heutigen Montag, dem Dreikönigstag, werden wieder viele Menschen sich die „Stärke“ fürs Jahr „antrinken“. An diesem Tag endet weitgehend der Festkreis rund um Weihnachten und damit auch der Reigen einer ganzen Reihe von Gebräuchlichkeiten. Der Tag galt lange Zeit als eigentlicher Jahresbeginn und stand weitaus höher im Brauch-Ranking als das eigentliche Weihnachtsfest. In der Bezeichnung „Öberschder“ (oberster oder höchster Tag) hat sich dessen Bedeutung bis heute gehalten. Nicht selten war es üblich, wichtige Rechtsakte an hohen Festtagen zu vollziehen. Dabei gab es durchaus Unterschiede, wie an diesem Brauch festgehalten wurde. In ländlichen Regionen Frankens hielt sich das Stärkeantrinken übers Jahr lange Zeit, in stark urban geprägten Gebieten, zu denen auch das Sonneberger Land gehörte, verschwand er frühzeitig und nördlich des Rennsteigs wussten auch die „alten“ Heimatforscher nichts davon.
Alter Brauch Stärke für’s ganze Jahr
Thomas Schwämmlein 05.01.2025 - 10:00 Uhr