Altenstein Parkettboden verlegt: „Unkompliziert und in kürzester Zeit“

Nach historischem Vorbild wurde im ehemaligen Speisesaal Eichenholzparkett verlegt. Foto: Parkettleger on Tour/Facebook

Circa 150 000 Euro ist der Holzboden wert, den die Parkettleger on Tour in zwei Räumen im Altensteiner Schloss ehrenamtlich verlegt haben.

Knapp eine Woche haben die Mitglieder des Vereins „Parkettleger on Tour“ im Altensteiner Schloss gearbeitet. Der einstige Speisesaal und ein Vorraum der Brahms-Gedenkstätte haben einen Holzfußboden bekommen. Das Geschenk, das Handwerker und Materiallieferanten der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten als Eigentümerin von Schloss und Park gemacht haben, hat einen Wert von circa 150 000 Euro.

Stiftungsdirektorin Doris Fischer ist dankbar für den Einsatz der Parkettleger aus ganz Deutschland: „Die Zusammenarbeit war eine Freude von der Planung bis zum fertigen Ergebnis.“ Die Parkettleger hätten „unkompliziert und in kürzester Zeit“ einen Wunsch erfüllt, den die Stiftung nur sehr langfristig hätte angehen können. „Und wir mussten nur für Kost und Logis sorgen.“ 40 Jahre nach dem Schlossbrand habe der Speisesaal seinen Parkettboden zurück, was ein entscheidender Beitrag zur Wiedergewinnung dieses besonderen Raums sei. „Das sieht nicht nur schön aus, wir werden den Unterschied auch hören, wenn hier die ersten Konzerte stattfinden.“

Im Speisesaal wurde der Parkettbelag von 1890 nachgebildet. Das durch Fotos überlieferte Verlegemuster aus quadratischen gerahmten Tafeln entstand nun als neuer Bodenbelag. 750 Parketttafeln aus jeweils sechs zweischichtigen Eichenholzstäben wurden dafür vor Ort hergestellt und mit Nut und Feder verlegt. Neben den in den vergangenen Jahren wiederhergestellten Decken- und Wandvertäfelungen hat der Raum damit ein wichtiges Element seiner Gestaltung zurückerhalten, heißt es vonseiten der Stiftung. Im Vorraum der Brahms-Gedenkstätte hatten die Parkettleger freie Hand und konnten unter Federführung des Leipziger Parkettlegermeisters Sven Grunwald die Facetten ihres anspruchsvollen Handwerks unter Beweis stellen. Das selbst geplante Motiv zeigt zwei Sterne sowie einen Rollfries.

Für die 20 Männer und zwei Frauen, die aus ganz Deutschland angereist waren, war es eine spannende Aufgabe. „Kollegen und Lehrlinge aus dem Holzhandwerk haben heute nur noch selten Gelegenheit, die ganze Palette der Kunstfertigkeit auszureizen, die über Jahrhunderte verfeinert wurde“, hatte Ernst Müller, Vereinsvorsitzender bereits bei der Ortsbesichtigung im vergangenen Herbst betont. Der Verein Parkettleger on Tour e.V. verfolgt das Ziel, die Handwerkskunst des Parkettlegens bekannter zu machen und Nachwuchs zu gewinnen.

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