Almerswind Eine Bühne für jüdische Kultur in all ihren Facetten

Israel, das Judentum und die Thüringer Wahrnehmung – die Jüdisch-Israelischen Kulturtage wollen helfen, Antworten auf aktuelle Fragen zu geben.

Das Sklamberg Lurje Judelman Trio kommt nach Almerswind. Foto: /Michael Williams

Zwischen den jüdischen Feiertagen Purim und Pessach, vom 19. März bis 10. April, verwandeln die Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen in eine Bühne für jüdische Kultur in all ihren Facetten. In seinem 33. Jahr bietet das Festival der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen mehr als 80 Anlässe, jüdische Kulturen kennenzulernen, zu feiern, zu tanzen, ins Gespräch zu kommen – auch über die aktuelle Politik und erstarkten Antisemitismus.

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Hochkarätig besetzte Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Vorträge, Kantoren-Gespräche, Filmabende, Workshops, Welterbe-Führungen und Rundgänge in 16 Thüringer Städten und Gemeinden stehen für Interessenten zur Auswahl.

Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, betont: „Es ist ein jüdisches Festival und jüdische Identität auf der ganzen Welt, in Deutschland, in Thüringen und auch in Erfurt ist eng verknüpft mit Israel. Es ist wichtig, dass wir die vielschichtige Kultur von Israel hier bekannt machen und somit eine Grundlage für ein friedliches Miteinander legen.“

Festivalleiter Johannes Gräßer ergänzt: „Wer jüdisches Leben in Deutschland verstehen will, muss ein besseres Verständnis für die Geschichte Israels, seine Multikulturalität und die Menschen dort entwickeln. Die Jüdisch-Israelischen Kulturtage tragen dazu bei.“

Eröffnet werden die Kulturtage am Mittwoch, 19. März, um 19.30 Uhr im Geraer Kultur- und Kongresszentrum. Schirmherr ist Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt. Christian Tischner, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, erläutert: „Die kontinuierliche Unterstützung der Kulturtage durch die Landesregierung verdeutlicht die enge Verflechtung jüdischer Geschichte mit Thüringen. Angesichts des anhaltenden Antisemitismus ist es wichtiger denn je, sich mit jüdischer Geschichte und unserem Verhältnis zu Israel auseinanderzusetzen. Diese Reflexion erfordert unsere Solidarität. Die Bildungsarbeit der Kulturtage bleibt unverzichtbar – besonders in Zeiten wachsender Herausforderungen ist ihr Wert unübersehbar.“

Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler kommen entweder direkt aus Israel oder haben einen jüdischen Hintergrund. Zu Veranstaltungsorten wie Gera, Erfurt, Arnstadt, Gotha, Jena, Meiningen, Mühlhausen, Nordhausen, Rudolstadt, Waltershausen und Schmalkalden kommt in diesem Jahr erstmals auch das Flechtwerk Almerswind im Landkreis Sonneberg hinzu, ein regionales soziokulturelles Zentrum.

André Kranich, der die Projektleitung dort innehat, erklärt: „Die Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen und das Flechtwerk Almerswind teilen zentrale Werte. Offenheit, Neugier und das Schaffen von Räumen der Begegnung zählen dazu. Die Kulturtage setzen sich für die jüdisch- israelische Kultur, Austausch und kulturelle Vielfalt ein. Das Flechtwerk versteht die Provinz als kreativen Ort für Vernetzung und Dialog. Wir freuen uns sehr, dass wir im Rahmen des Festivals Berücksichtigung finden. Ein Konzert am Sonntag, 30. März, bei uns im Schalkauer Ortsteil Almerswind verbindet beide Ansätze und startet einen interkulturellen Dialog. Wir werden voneinander lernen...“

Drei internationale Stars der jüdischen Musikszene – Lorin Sklamberg, Craig Judelman und Sasha Lurje – präsentieren im Flechtwerk am 30. März ab 16 Uhr die Yiddish Songs of Resilience. Sie handeln von Widerständigkeit und davon, inmitten von Katastrophen Kraft zu finden. Jüdische Menschen haben jahrhundertelange Erfahrung im Umgang mit schwierigen Zeiten. Der Gesang war schon immer ein kraftvolles Mittel, um ihren Kämpfen und Hoffnungen Ausdruck zu verleihen.

Interessenten finden das Flechtwerk im Schalkauer Ortsteil Almerswind, Ehneser Weg 1. Das Treffen kann und soll auch für Gespräche genutzt werden.