Aktionswoche Ilmenau So hat der VSS den 30. Geburtstag gefeiert

Jessie Morgenroth

Mit einer ganzen Aktionswoche hat der VSS das Geburtstagsjubiläum zelebriert. Im Fokus standen die Kinder der Vereinsangebote. Welche besonderen Einblicke es gab.

30 Jahre lang gibt es den Verein für erlebnisorientierte integrative Sozialarbeit schon in Ilmenau – den Bewohnern ist er wohl eher unter der Abkürzung VSS bekannt. Wenngleich der taggenaue Geburtstag schon im März im Kalender stand, folgte nun anlässlich des Jubiläums eine ganze Festwoche, bei der die Kinder der zahlreichen Vereinsangebote mitfeiern konnten. Aber auch Interessierte hatten die Möglichkeit, mal vorbeizuschauen und besondere Einblicke in Gruppen zu erhaschen.

Nach der Werbung weiterlesen

Am Montag haben die Kleinsten das Vereinsjubiläum auf dem Sportplatz in Unterpörlitz beim offenen Kindersport gebührend gefeiert. Bei fantastischem Wetter stand Spaß mit Wasser auf dem Programm, erklärt Vereinsgeschäftsführerin Ute Oberhoffner. Ob beim Hinuntersausen der Wasserrutsche oder beim Spritzen mit Wasserpistolen – der Nachwuchs genoss das feuchtfröhliche Vergnügen. Beim Kindersport des Vereins kommen Jungen und Mädchen von drei bis sechs Jahren immer montags zusammen, sporteln in der Ziolkowski-Turnhalle oder im Sommer auch draußen. Die Kinder lernen die ersten Regeln kennen, das kommt ihnen später im Schulsport zugute oder wenn sie einem anderen Sportverein beitreten, erklärt Ute Oberhoffner. Die Kinder werden also für ihre späteren sportlichen Aktivitäten vorbereitet.

Am Dienstag öffnete die Tagesgruppe in der Ludwig-Jahn-Straße ihre Türen. Die Kinder der sonst geschlossenen Gruppe gewährten Gästen wie Verwandten und Sponsoren, aber auch einer Lehrerin und Erzieherin Einblicke in ihre Räume und stellten vor, was sie dort machen. Bei der Tagesgruppe handelt es sich um eine teilstationäre Einrichtung der Hilfe zur Erziehung. Kinder aus Unterstützung benötigenden Familien bekommen über das Jugendamt einen Platz in der Gruppe. Dort werden sie pädagogisch betreut und gefördert, arbeiten an ihren Zielen. So werden die Eltern entlastet, die Familien können wieder richtig zusammengeführt werden.

Die Gruppe umfasst neun Plätze für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren und ist momentan voll belegt, erklärt Ute Oberhoffner. Für die Kinder der Tagesgruppe war der Tag der offenen Tür ein besonderer Höhepunkt, sie haben bei der Vor- und Nachbereitung geholfen, Kuchen gebacken. Und natürlich durften auch Bratwürste zur Verköstigung nicht fehlen.

Am Mittwoch hat schließlich der offene Kinder- und Jugendtreff Oase auf der Pörlitzer Höhe das dreißigjährige Bestehen des Trägervereins mit Spiel und Spaß gefeiert und öffnete die Türen für alle Interessierten. Auch hier hat sich der VSS so einiges einfallen lassen: Die Kinder und Jugendlichen tobten auf der Hüpfburg und kickten beim Fußball, später gab es Pokale, kleine Preise – „und Eis für alle“, so Ute Oberhoffner. Die Oase hat aktuell bis 19 Uhr geöffnet, die Kinder und Jugendlichen können also direkt nach der Schule kommen und bis abends bleiben. „Wir haben verschiedene regelmäßige Angebote: Sport, Kochen und Backen ...“, zählt Ute Oberhoffner einige Aktivitäten auf. Oder die jungen Gäste entspannen einfach so im Jugendclub. Wie bei den anderen VSS-Angeboten auch, gibt es in der Oase tolle Pädagogen, die gut angenommen werden – „das ist das A und O“, so die Vereinsgeschäftsführerin.

Auch Synergien nutzen

Apropos Oase: In dieser haben auch die Jugendlichen der sozialen Gruppenarbeit ihren selbstgestalteten Raum – dieses Angebot stellte sich am Donnerstag der Festwoche vor. Bei der sozialen Gruppenarbeit können Jugendliche an ihrer persönlichen Entwicklung arbeiten, es gibt einen mit dem Jugendamt erstellten Hilfeplan. Dreimal pro Woche kommt die Gruppe zusammen, darüber hinaus können die Heranwachsenden auch die Oase besuchen. Ute Oberhoffner spricht von einer tollen Synergie zwischen Oase und der sozialen Gruppenarbeit. Zum Aktionstag präsentierten die Gruppenmitglieder einen selbst gedrehten Film, ein Jugendlicher machte Musik. Zu den Gästen gehörten die Tagesgruppenkinder, denn die soziale Gruppenarbeit könnte bei späteren Problemen eine Perspektive für sie sein.

Den Freitag haben die Vereinsmitglieder und Ehrenamtlichen genutzt, um die Up-Fahrt für Samstag vorzubereiten. Es wurden Pokale poliert, Urkunden vorbereitet, die Seifenkisten für die neue Auflage des Bergaufrennens fertiggemacht ... „Es ist eine wirklich tolle Sache“, schwärmt Ute Oberhoffner. Sie lobt das Miteinander und das besondere Konzept der Upfahrt, erklärt aber auch, wie viel Aufwand damit einhergeht. Es müssten viele Kleinigkeiten bedacht werden, die man zwar nicht sieht, ohne die es am Ende aber nicht funktioniere. Die Geschäftsführerin dankt auch den Firmen/Sponsoren, die das Bergaufrennen unterstützt haben.

Bergauffahrt wurde ein Erfolg

Und der ganze Aufwand hat sich gelohnt: „Wir sind mit der Upfahrt vollstens zufrieden“, resümiert Ute Oberhoffner. Die dritte Auflage des Bergaufrennens in der Unterpörlitzer Ahornallee wurde erstmals an einem Samstag veranstaltet. Trotz des frischeren Wetters und kleinen Regenschauern sind Klein und Groß beim Wettrennen angetreten, haben mit kreativen Fahrzeugen den Berg bezwungen und hatten dabei jede Menge Spaß. Von kleinen Kindern, die mit dem Laufrad hinaufsausten, bis zu Großeltern, die mit über 70 Jahren das Enkelchen die Straße hinaufgezogen haben.

Und natürlich wäre der VSS nicht der VSS, wenn nach der Festwoche nicht schon die nächsten Veranstaltungen in den Startlöchern stünden. Die verschiedenen Vereinsgruppen wollen sich zum Beispiel am Clean Up Day in Ilmenau Mitte September beteiligen. Auch beim traditionellen Sportfest auf dem Sportplatz Unterpörlitz ist der VSS als Mitorganisator involviert. Das Sportfest kommt in diesem Jahr als „Olympörlitz“ am 13. September noch größer und mit ein paar besonderen Höhepunkten daher: Es gibt ein Volleyballturnier und abends eine Disco mit einer Überraschung von der Baleareninsel, kündigt Ute Oberhoffner an. In den Herbstferien dürfen sich die Ferienkinder dann auf einen Talentcampus unter dem Motto „Mittelalter trifft Kunst“ freuen.

Die Wünsche der Geschäftsführerin für die kommenden 30 Jahre: „Dass das, was wir machen, genauso angenommen wird, wir weiter unseren Beitrag und Hilfe leisten können“. Der Verein hat übrigens gelegentlich freie FSJ-Plätze und bildet auch duale Studierende der Sozialpädagogik aus.