Aktionstag gegen häusliche Gewalt Südthüringer Schicksale von Gewalt gegen Frauen

Im Suhler Steinweg wird zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen auf wahre Schicksale in Südthüringen aufmerksam gemacht. Foto: frankphoto.de

Jedes Jahr am 25. November wird der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. Das Netzwerk gegen Gewalt in der Familie macht auf das Thema der häuslichen Gewalt aufmerksam.

Suhl - Das Netzwerk gegen Gewalt in der Familie möchte zum Tag der Gewalt an Frauen die Menschen für das Thema sensibilisieren und über vorhandene Hilfsangebote informiert, um den Betroffenen direkt oder über Bekannte den Schritt zu erleichtern, sich aus ihrer von Missbrauch und Gewalt geprägten Situation zu befreien.

Um ein deutliches Zeichen gegen die Gewalt an Frauen zu setzen, hat sich das Netzwerk in diesem Jahr eine besondere Aktion einfallen lassen. Im Suhler Steinweg werden Plakate sichtbar an den Lichtmasten verteilt. Darauf finden sich reelle Fälle von häuslicher Gewalt, welche den Mitarbeiterinnen im Frauenhaus Meiningen und der Interventionsstelle „Hanna“ gegen häusliche Gewalt im Laufe des aktuellen Jahres begegnet sind. Die Opfer wurden anonymisiert und Daten miteinander getauscht, aber dennoch zeugen sie von dem, was nicht weit weg, sondern zum Greifen nah passiert ist, heißt es in einer Erklärung. Auch Visitenkarten des Netzwerks gegen Gewalt in der Familie hängen zum Mitnehmen aus. Sie sollen Mut machen, das Schweigen zu brechen, sich Hilfe zu holen und das Wegschauen durch andere verhindern.

Die Aktion im Steinweg läuft noch bis Freitag. „Je mehr Menschen sich selbst Hilfe holen oder aufmerksam werden und anderen von Gewalt Betroffenen helfen, aus solchen Situationen herauszukommen, umso besser. Denn nur dort, wo reell existierende Gewalt in Familien nicht tabuisiert und geleugnet, sondern gemeldet wird und die vorhandenen Hilfestrukturen bekannt oder zumindest leicht zu finden sind, haben die betroffenen Opfer, Erwachsene oder Kinder, eine Chance, wahrgenommen zu werden und Hilfe zu bekommen.“

Auch die Fahne „Frei leben – ohne Gewalt“, ein weltweite Aktion von Terre de Femmes, ist im Rahmen der Aktion am Rathaus zu sehen und macht auf die tägliche Gewalt an Mädchen und Frauen aufmerksam.

Bereits seit 1996 treffen sich die Mitarbeiter vom Netzwerk Gegen Gewalt in der Familie, um Opfern eine Stimme zu geben, Sprachrohr für ihre Not, ihre Anliegen und Bedürfnisse zu sein und die eigene Arbeit zu professionalisieren. Denn adäquate Hilfe gelingt nur, wenn ein Netz von Helfern zusammenarbeitet, wissen sie. Zu den ständigen Mitgliedern in Suhl gehören beispielsweise Mitarbeiter verschiedener Beratungsdienste und Ämter der Stadt Suhl, der Polizei und der Kinderschutzgruppe des SRH-Zentralklinikums Suhl.

Seinen Ursprung hat der Gedenktag im Jahr 1960 in der Dominikanischen Republik. Dort wurden die drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresia Mirabal im Auftrag des damaligen Diktators Rafael Trujillo entführt. Sie wurden vergewaltigt, gefoltert und ermordet. Am 25. November 1981 begingen zunächst karibische Frauengruppen diesen Tag, um auf diese und viele andere ebenso gewaltsame Taten an und gegen Frauen aufmerksam zu machen und der drei Schwestern zu gedenken.

Nachdem sich auch weitere Menschrechtsorganisationen im Rahmen des 25.11. für die Stärkung der Frauenrechte und gegen Gewalt an Frauen einsetzten, wurde dieser Tag 1999 durch die Vereinten Nationen (Resolution 54/134) zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ bestimmt.

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