Aktionstag Besser im Knast arbeiten als einsitzen

Ein Aktionstag am kommenden Wochenende in der Justizvollzugsanstalt Untermaßfeld soll Einblicke in die Justiz-Berufe und die Einrichtung selbst ermöglichen.

Man muss nicht bei der Feuerwehr sein, um ohne Straftat in die JVA Untermaßfeld zu kommen. Am Samstag ist das für alle jene möglich, die sich über berufliche Perspektiven im Strafvollzug informieren wollen. Foto: Steffen Ittig

Nicht nur in der freien Wirtschaft, auch bei Behörden wird es immer schwieriger, geeignete Bewerber für eine Ausbildung zu finden. So sucht auch die Justizvollzugsanstalt Untermaßfeld Bewerber für die dort angebotenen Berufe. Mit einem Aktionstag am kommenden Samstag, 6. Juni, auf dem Gelände der Einrichtung sollen interessierte Menschen angesprochen und ihnen ein Blick hinter die Kulissen von einem Gefängnis gewährt werden. Kennenlernen können die Besucher in der Zeit von 9 bis 15 Uhr unter anderem, welche Ausbildungsmöglichkeiten es gibt und in welchen Bereichen man nach einer erfolgreichen Ausbildung arbeiten kann, denn im Gefängnis schließt man nicht nur die Türen auf und zu.

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Daneben werden sich auch einzelne Arbeitsbereiche vorstellen. In Thüringen gilt die Arbeitspflicht für Gefangene und die Besucher bekommen so einen Einblick, wie vielfältig die Arbeit für die Insassen hinter Gittern ist. Tätigkeiten mit Materialien wie Holz oder Metall, Handarbeit oder maschinelle Bearbeitung, Erwerb eines Schulabschlusses oder einer Ausbildung – vieles ist während der Haftzeit möglich. Die offenen Türen in der Anstalt bieten die Möglichkeit, die Berufe in einer Haftanstalt kennenzulernen, die sonst nur schwer darstellbar für die Öffentlichkeit sind.

Es bieten sich an diesem Tag auch Einblicke in die Arbeit der Kollegen, die zum Beispiel Häftlinge mit einem Gefangenentransportwagen (GTW) vom Gefängnis zum Gericht oder zu Fachärzten bringen. Auch ein Transportbus wird vor Ort sein, womit Häftlinge zwischen Gefängnissen verlegt werden.

Und auch der Burg- und Heimatverein Untermaßfeld ist in diesen Tag eingebunden und wird das Knastmuseum öffnen, wo die Geschichte des Strafvollzuges von über 200 Jahren dargestellt wird. Alle gemeinsam werden für das leibliche Wohl der Besucher sorgen, der Erlös geht an eine Einrichtung.

Der Zutritt in die Justizvollzugsanstalt ist erst ab 16 Jahren gestattet und kann nur mit gültigem Personaldokument erfolgen.