Leser-Aktion für Ehrenamtler Viele Vorschläge, fünf Gewinner

Mathias Schmidt (hinten) auf dem Weidberg. Foto: Iris Friedrich/Archiv

Das Interesse war riesig: Viele Vorschläge, wer einen Bier-Adventskalender der Initiative „Wir sind Rhöner Bier“ verdient habe, gingen in der Redaktion ein. Nun stehen die fünf engagierten Gewinner fest.

Kaltensundheim/Bad Salzungen - Aus den Altkreisen Meiningen und Bad Salzungen, aber auch aus Suhl, Ilmenau, Schleusingen und sogar aus Karlsruhe kamen Zuschriften. Die Initiative „Wir sind Rhöner Bier“ hatte den Redaktionen der Heimatzeitungen fünf Bier-Adventskalender zur Verfügung gestellt, die nun aufgrund von Leservorschlägen an Menschen verschenkt werden, die Gutes getan haben und weiter tun.

Die per Mail oder Post eingesandten Begründungen waren recht unterschiedlich. Von ihren Angehörigen vorgeschlagen wurden einige (Ehe-)Partner bzw. Väter, die stets für ihre Familie da sind, aber auch anderen helfen. Im Job engagierte Kollegen wurden empfohlen, aber auch viele Ehrenämtler, die in ihrer Freizeit für das Gemeinwohl aktiv sind. Die Auswahl der fünf Gewinner fiel deshalb schwer. Hier sind sie:

„Eine wirklich tolle Aktion habt Ihr mit den Adventskalendern ins Leben gerufen. Die Stadt Kaltennordheim möchte sich natürlich auch gerne mit einem Vorschlag für die Verlosung beteiligen, zumal ja auch eine Bierspezialität aus unserer Stadt im Kalender zu finden ist“, schreibt Bürgermeister Erik Thürmer und schlägt den ehrenamtlichen Stadtbrandmeister Daniel Fiekers für einen solchen Adventskalender vor. „Daniel Fiekers ist seit der Jugend in der Freiwilligen Feuerwehr Kaltennordheim engagiert. Er übernahm verschiedenste Aufgaben im Bereich der Jugendfeuerwehr, der Einsatzabteilung und des Feuerwehrvereins. Dabei stellt er seine privaten Interessen immer zurück. Er ist Pendler und arbeitet in Eisenach in Schichten und ist dadurch schon arbeitsmäßig jeden Tag sehr lange unterwegs“, begründet der Bürgermeister. Dennoch schaffe Daniel Fiekers es immer, für die Feuerwehr die notwendige Zeit aufzubringen.

Seit der Gebietsreform 2014 ist er Stadtbrandmeister und damit für alle Feuerwehren im Stadtgebiet verantwortlich und erster Ansprechpartner. Aktuell kümmert er sich um zehn Freiwillige Feuerwehren der Stadt Kaltennordheim. Auch auf Landkreisebene ist Daniel Fiekers sehr aktiv. Bereits im Wartburgkreis war er Kreisausbilder und hat die Kreisausbildung Truppmann (Grundausbildung für neue Kameraden) im Kreisbrandabschnitt von Stadtlengsfeld bis Kaltenlengsfeld organisiert und durchgeführt. Auch im Landkreis Schmalkalden-Meiningen nimmt er diese Aufgabe nun wahr. „Daniel Fiekers gehört zweifelsohne zu den wenigen Menschen, die sich in ihrer Freizeit schon seit Jahrzehnten für andere Menschen einsetzen. Daher hat er aus meiner Sicht eine solche Aufmerksamkeit mehr als verdient“, so Erik Thürmer.

Ute Sando-Hebenstreit, Pflegedienstleiterin im Stationären Hospiz Meiningen, möchte, dass dem Meininger Andreas Holz ein Bier-Adventskalender geschenkt wird. „Wir schlagen unseren Nikolaus vor, der seit Jahren am Nikolaustag unsere Gäste (Patienten) im Stationären Hospiz Dr. Jahn- Haus in Meiningen besucht. Andreas Holz bringt durch seinen Besuch ein Leuchten in die Augen, egal wie alt oder jung unsere Gäste sind. Obwohl er an diesem Tag ein sehr begehrter Mann ist, findet er immer Zeit für einen Besuch im Hospiz. Auch die Mitarbeiter freuen sich riesig, wenn der Nikolaus kommt. Es wäre schön, wenn wir ihm auf diesem Weg Danke sagen könnten“, schreibt Ute Sando-Hebenstreit.

Auch im Meininger Töpfemarktverein kennt man den Mann mit dem auffälligen (übrigens echten) Rauschebart als Aktiven, der seine Zeit und Kraft in den Dienst der Allgemeinheit stellt.

Neben Daniel Fiekers ist noch ein weiterer Rhöner vorgeschlagen worden: Regina Filler, Geschäftsführerin des Rhönforums, gönnt Mathias Schmidt, dem Vorsitzenden des Weidbergvereins, das Dankeschön von Herzen. „Er arbeitet da ehrenamtlich im Hintergrund, organisiert, macht und tut, steht dabei sehr selten in der Öffentlichkeit. Vielleicht ist das einen Kasten Bier wert“, begründet sie ihren Vorschlag. Die kurze Beschreibung des jungen Mannes aus Kaltenwestheim werden die Weidbergvereinsmitglieder, aber auch andere aus der Region bestätigen können: Obwohl im Job und als Familienvater mit drei Kindern, eines davon noch ein Baby, durchaus „gut ausgelastet“, findet er Zeit für den Weidbergverein. Was einmal mit der komplett eigenständig erarbeiteten ersten Webseite für das Naherholungsziel mit der Arche begonnen hatte, führte ihn nicht nur in den Verein, sondern am Ende sogar an dessen Spitze. Viele Veranstaltungen hat er seitdem bereits mit seinen Mitstreitern organisiert, viele Arbeits- und sonstige Einsätze auf dem Berg geleitet. Immer wieder ist er auch an der Weiterentwicklung des Areals und des Tourismus in der Rhön allgemein interessiert.

Hartwig Rübsam aus Leimbach im Wartburgkreis schlägt Klaus-Martin Luther aus Tiefenort vor. „Als Abo-Leser finde ich die Artikelserie von Klaus-Martin Luther in der Heimatzeitung zur Integration Geflüchteter sehr informativ. Darin werden die großen Leistungen des Autors und seiner Unterstützer sichtbar, die eine Anerkennung verdienen. Ich denke, dass dies einen Bier-Adventskalender rechtfertigt“, begründet Rübsam.

Kilian, Lucia, Zita und Titus Schlosser aus dem Buttlarer Ortsteil Wenigentaft schreiben gemeinsam eine Mail an die Redaktion und empfehlen ihre Eltern Pia und Siegfried Schlosser. „Unser Vater, Siegfried Schlosser, sitzt seit vielen Jahren im Vorstand des MGV Liedertafel 1910 Buttlar und führt seine Arbeit mit großer Leidenschaft aus. Er ist außerdem Sprecher des Pfarrgemeinderates unserer Pfarrgemeinde Buttlar/Wenigentaft und vertritt dort die Interessen der Katholiken gegenüber den Nachbargemeinden und dem Bistum Fulda. Er opfert für seine Ehrenämter viel seiner eigenen Freizeit, zum Beispiel für die Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen, wie den jährlichen Liederabend des Gesangvereins, der immer stark besucht ist – nicht nur von Bürgern unserer Gemeinde.

Unsere Mutter, Pia Schlosser, leitet seit 16 Jahren ehrenamtlich die Frauenschola Wenigentaft. In wöchentlichen Proben übt sie mit ihren Frauen viele Lieder ein, die bei verschiedenen Auftritten und Gottesdiensten vorgetragen werden. Fast genau so lange, nämlich seit 14 Jahren, macht sie ebenfalls ehrenamtlich den Erstkommunionsunterricht der Gemeinde Buttlar/Wenigentaft. Wenn sie doch irgendwann mal zur Ruhe kommen (und das passiert leider nicht sehr oft), probieren sie bei Gelegenheit gerne neue Biersorten aus. Deshalb finden wir, dass die beiden den Adventskalender redlich verdient haben – natürlich auch in der Hoffnung, dass dieser ein Anreiz ist, sich doch einmal den einen oder anderen ruhigen Abend zu gönnen“, begründen sie ihren Vorschlag.

Herzlichen Glückwunsch! sach/fr

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