Aktion des Behindertenbeirats Barrieren einmal selbst erleben

Caroline Berthot
Barrieren für Menschen mit Behinderungen gibt es noch viele, und zwar nicht nur für Rollstuhlfahrer. Foto: dpa

Am 5. Mai wird der Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung begangen. Nach zwei Jahren Corona-Pause hat auch der Suhler Behindertenbeirat zu diesem Anlass etwas organisiert.

 
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Nach zwei Jahren Pause wird am 5. Mai in Suhl wieder der Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung begangen. Mit einem Infostand und zahlreichen Aktionen im Steinweg will der Behindertenbeirat, nachdem es in den vergangenen Monaten coronabedingt ruhiger um ihn war, wieder für sich und seine Arbeit trommeln und die Suhler mitnehmen auf dem Weg zu mehr Inklusion in der Stadt.

Von 12 bis 15 Uhr wird der Beirat dafür in Höhe des Standesamtsausgangs im Steinweg einen Stand aufbauen. Hier wird sich das ehrenamtliche Gremium vorstellen und über seine aktuellen Projekte informieren. „Nach zwei Jahren Corona-Auszeit ist es wichtig, dass wir als Beirat wieder mehr in der Öffentlichkeit sind“, sagt der Beiratsvorsitzende Bodo Ehrhardt. „So können wir den Bürgern ins Gedächtnis rufen, wohin sie sich wenden können bei Fragen und Anliegen rund um das Thema Behinderung.“

Berichte aus dem Alltag und Aktionen zum Mitmachen

Wie vielfältig sich dieses gestaltet, sieht man schon an der Besetzung des Gremiums, schließlich hat jedes Mitglied eine andere Einschränkung, mit der es den Alltag meistert. Über ihre Erfahrungen berichten die Beiräte auch zum Aktionstag. So ist Angelika Burkhardt als Vertreterin der Blinden und Sehbehinderten zugegen. Neben diversen Hilfsmitteln wird sie auch einen Blindenstock mitbringen, sodass sich Interessierte einmal darin versuchen können, sich nur mit Hilfe des Stocks in der Innenstadt zu orientieren.

Welch eine Herausforderung es für Rollstuhlfahrer sein kann, im Steinweg ein Brot zu kaufen, darüber kann Beiratsmitglied Christian Senft aus seinen persönlichen Erfahrungen berichten, und dank zweier Rollstühle, die das Förderzentrum Domino mitbringt, können es die Suhler auch selbst einmal erleben. Platz nehmen können sie zudem in Handbikes, mit denen Amputierte aus dem Kreis Hildburghausen zum Aktionstag nach Suhl anreisen. Und von 13 bis 14.30 Uhr ist es dank der Anwesenheit von Gebärdensprachdolmetscherin Petra Hartung auch möglich, sich mit dem gehörlosen Mitglied des Beirats, Hans-Werner Westphal, zu unterhalten.

Auf Hindernisse hinweisen und Hinweise sammeln

Durch den Austausch und die kurzzeitige Selbsterfahrung will der Behindertenbeirat auf vorhandene Barrieren aufmerksam machen. Zugleich wolle man – auch im Zuge der Erstellung eines neuen Maßnahmenplans – die Suhler auffordern, Barrieren, die ihnen auffallen, zu melden. Barrieren könnten aus Mobilitätsgründen bestehen, aber auch weil etwas nicht zu erkennen oder schwer zu hören sei, erklärt die Leiterin des Sozial- und Gleichstellungsbüros, Julia Schmatloch. „Was den Menschen auffällt, können sie jederzeit melden. Zum Aktionstag haben wir eigens Listen angefertigt, auf denen Barrieren in der Stadt, in den einzelnen Wohngebieten und Ortsteilen eingetragen werden können.“ Schließlich kenne der Beirat auch nicht alle Ecken Suhls.

Mit dieser Sammlung an Barrieren ist der Suhler Behindertenbeirat auch ganz nah dran am Thema des diesjährigen Aktionstags, der dieses Mal unter dem Motto „Tempo machen zur Inklusion – barrierefrei zum Ziel“ steht. Für Fragen zu den Themen Inklusion und Teilhabe steht am Donnerstag von 12 bis 13 Uhr auch eine Mitarbeiterin der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung, EUTB, am Infostand im Steinweg zur Verfügung.

Für die Gleichstellung behinderter Menschen

• Der Aktionstag heißt offiziell Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen und wird am 5. Mai begangen.

• Rund um dieses Datum finden dazu bundesweit Aktionen statt, inzwischen zum 31. Mal. Die Aktion Mensch unterstützt die lokalen Veranstaltungen.

• Das Motto des diesjährigen Aktionstags lautet: „Tempo machen für Inklusion – barrierefrei zum Ziel!“.

• So soll auf die noch immer fehlende Barrierefreiheit in vielen Bereichen des Lebens hingewiesen werden, was die soziale Teilhabe von Menschen mit Behinderungen einschränkt.

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