Akademischer Zusammenstoß Wenn Doktorgrade nicht vor Gegenverkehr schützen

In einer engen Kurve – unweit des Froschgrundsees – kollidierten zwei Gravel‑Biker – beide hoch akademisch, aber kurz unaufmerksam. Am Ende siegte die Physik.

Symbolfoto Fahrrad. Foto: picture alliance/dpa

Es war kein gewöhnlicher Verkehrsunfall, der sich am frühen Samstagabend auf der Strecke Richtung Froschgrundsee ereignete. Vielmehr handelte es sich laut Polizeibericht um einen seltenen, ja fast exklusiven akademischen Zusammenstoß.

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In einer unübersichtlichen, engen Linkskurve begegneten sich dort zwei Rennradfahrer – beide auf Gravel Bikes, beide bestens ausgebildet. Der eine, 43 Jahre alt, mit Doktortitel, unterwegs von Schönstädt Richtung See.

Der andere, 54 Jahre alt, Professor und Doktor, kam ihm entgegen. Was folgte, war keine wissenschaftliche Kontroverse, sondern eine durchaus körperliche Kollision.

Glück im Unglück: Die Blessuren blieben leicht. Der Sachschaden von rund 1500 Euro dürfte hingegen schmerzen – besonders, wenn man bedenkt, wie viele Seminare man damit hätte halten können.

Augenzeugen berichten nichts über hitzige Diskussionen zur Schuldfrage, aber man darf annehmen, dass diese intern bereits nach streng wissenschaftlichen Maßstäben ausgewertet wird. Mögliche Hypothesen: Unterschätzte Fliehkräfte, überschätzte Fahrkünste oder schlicht zu viel Vertrauen in den eigenen Intellekt.

Fest steht: Akademische Titel erhöhen weder Bodenhaftung noch Reaktionsvermögen. Und so hat Rödental nun einen Unfall mit Signalwirkung erlebt – ein Lehrstück darüber, dass auch Professoren und Doktoren im Straßenverkehr ganz banale Regeln beachten sollten.

Oder einfacher gesagt: Der Doktor steht im Ausweis, bremsen muss man trotzdem selbst.