Afghanistan Friedensgebet füllt die Stadtkirche

Lena C. Stawski

„Nichts ist gut in Afghanistan“, unter diesem Titel fand am Dienstagabend ein Friedensgebet in der Meininger Stadtkirche statt. Rund 60 Personen nahmen am Gebet und der anschließenden Mahnwache vor der Kirche teil.

„Wir sind alle Brüder, wir sind alle eins“. Teilnehmer des Friedensgebetes äußerten ihre Betroffenheit. Foto: /Alexander Keiner

Meiningen - Die Stadtkirche St. Marien in Meiningen füllte sich gegen 19 Uhr merklich mit Frauen, Männern und Kindern. Die Hälfte der Teilnehmer stammt aus dem seit Jahrzehnten geschundenen Land am Hindukusch. Die Anwesenden beteten gemeinsam für Frieden, besonders in Afghanistan. „Wir lassen unsere afghanischen Freundinnen und Freunde nicht allein“, so Ulrich Töpfer, Vorsitzender des „Eine Welt Verein Meiningen “.

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Aufgrund der Ereignisse in dem Land luden der „Eine Welt Verein Meiningen“, der „Freundeskreis Migration“ und das „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ zum Friedensgebet in der Stadtkirche Meiningen und einer anschließenden Mahn-Wache vor der Kirche ein.

Der Titel „Nichts ist gut in Afghanistan“ sind die Worte der damaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann. Sie äußerte sich 2010 in ihrer Neujahrsrede zur Situation in dem Land. Nach mehr als 10 Jahren ist noch immer „nichts gut“, sagte Pfarrer Tilman Krause. Er eröffnete das Friedensgebet. Seine Eingangsworte wurden in Farsi übersetzt. Die persische Sprache ist Amtssprache in Afghanistan.

Michael Wagner, Pfarrer im Ruhestand, sagte: „Nur wir Menschen können zwischen Gut und Böse unterscheiden. Zu lange haben wir auf Verbesserungen vertraut, aber die gute Absicht hat sich in die böse Tat verkehrt. Wir sind in die Irre gegangen“.

Die Anwesenden waren dazu eingeladen, Zeugnisse der Betroffenheit abzulegen: „Die Bilder, die wir von Afghanistan sehen, erschrecken. Sie machen fassungslos. Wir brauchen einen Ort, an dem wir diese Betroffenheit, Ohnmacht und Fassungslosigkeit äußern können. Dazu sind alle eingeladen“, erklärte Töpfer. „Die Liebe der Familien trägt uns hoffentlich durch die Zeit. Für die schwierige Situation in Afghanistan gibt es keine Worte“, beschrieb eine tief berührte Meiningerin ihre Gefühlslage.