Hildburghausen Neuer Urologe für Praxis am Markt

Kann schon viele berufliche Stationen vorweisen: Elaref Edwebi Foto:  

Seit Anfang September hat Hildburghausen wieder einen Urologen: Elaref Edwebi kümmert sich in der Praxis am Markt um Patienten mit Problemen im Bereich Niere, Blase und Co.

Hildburghausen - Viel Zeit hat Elaref Edwebi nicht, um Bilder für die Zeitung zu machen. Im Wartezimmer sitzt schon der nächste Patient. Gut einen Monat ist es her, dass der Facharzt in der SRH Poliklinik-Praxis für Urologie beruflich Quartier bezogen hat. In den Räumen über der Apotheke am Hildburghäuser Markt, in der früher einmal das Ehepaar Trautwein praktizierte, behandelt er seit dem ersten September junge und ältere Menschen, Männer wie Frauen, die Probleme mit den harnbildenden oder harnableitenden Organen haben.

Ende Juni hatte sein Vorgänger in der Praxis, der Urologe Alaa Alsarraj, seinen Dienst quittiert. Dass so schnell ein neuer Experte für Urologie gefunden werden konnte, der auch die Bereitschaft mitbringt, sich beruflich im ländlichen Raum anzusiedeln, war für die Poliklinik alles andere als selbstverständlich. „Urologen sind ja hochspezialisierte Fachkräfte, die wachsen nicht auf Bäumen“, erklärt Christian Jacob, Leiter der Unternehmenskommunikation im SRH Zentralklinikum Suhl. „Wir sind froh, wenn wir jemanden finden, der in eine Stadt kommt, die nicht Hamburg, Berlin, Jena oder Erfurt ist, und sich für die Menschen vor Ort einsetzt.“

Seine Entscheidung, nach Hildburghausen zu kommen, hat Elaref Edwebi noch nicht bereut. Zwar habe er bis jetzt noch keinen vollständigen Eindruck von der Stadt gewonnen, aber auf den ersten Blick gefalle es ihm ganz gut: „Hildburghausen ist eine kleine, ruhige Stadt. Die Leute sind sehr nett“, sagt er.

Sich an einem neuen Ort einzuleben, dürfte dem 39-Jährigen, den seine beruflichen Stationen schon an verschiedenste Orte geführt haben, nicht allzu schwer fallen. 2010 kam der gebürtige Libyer als Stipendiat von Tripolis nach Deutschland. Nach Stationen in verschiedenen Krankenhäusern, unter anderem in Speyer, arbeitete er vier Jahre als Arzt in Weiterbildung in Marktredwitz im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel. 2016 legte Elaref Edwebi dann die Facharztprüfung bei der Bayerischen Landesärztekammer ab sowie gleichzeitig den „Febu“, kurz für „Fellow of European Board of Urology“ – ein europaweit anerkanntes Examen für Urologen. Es folgten weitere Stationen als Facharzt in Österreich, Detmold und Bitburg. Und nun ist er also hier angekommen: Privat mit seiner Frau und den vier Kindern im unterfränkischen Bad Neustadt, beruflich in Hildburghausen.

Für seine Arbeit in der thüringischen Kleinstadt hat sich der ambitionierte Arzt auch schon konkrete Vorstellungen. Zwei Sondersprechstunden will er in seiner Praxis anbieten, eine im Bereich Urogynäkologie, die sich zum Beispiel an Frauen mit Beckenbodenbeschwerden oder Inkontinenz-Problemen richtet, und eine im Bereich Kinderurologie.

Der Schwerpunkt seiner Praxis liegt auf der konservativen, also nicht-operativen Therapie. Ein bis zwei Mal im Monat will er aber Patienten im Zentralklinikum in Suhl betreuen und dann auch operative Eingriffe durchführen. Dass er dazu die Möglichkeit hat, freut Elaref Edwebi sehr. Er sei jahrelang operativ tätig gewesen, erzählt er, das Operieren ist für ihn auch eine Art Leidenschaft. Und für die Patienten sei das ebenfalls von Vorteil: Er könne sie so nämlich von Anfang bis Ende betreuen, die Diagnose stellen, die Behandlung einleiten, operieren, nachbetreuen. Dabei gehe es nicht nur um die Betreuung von Patienten mit „rein urologischen“ Erkrankungen, sondern auch von solchen mit etwa onkologischen und neurologischen Krankheiten.

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