Ärztemangel in Hildburghausen Es fehlt nicht nur an Kinderärzten

Die medizinische Versorgung im Landkreis Hildburghausen steht vor großen Herausforderungen. Besonders Kinder- und Jugendmedizin sind betroffen – aber nicht nur.

Auch die Zahl der Kinderärzte ist rückläufig. Foto: picture alliance/dpa

Im Landkreis Hildburghausen besteht nach Angaben der Thüringer Landesregierung in mehreren Fachbereichen eine aktuelle oder absehbare medizinische Unterversorgung. Besonders betroffen sind die Kinder- und Jugendmedizin, die Dermatologie sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Zudem wird für das Grundzentrum Eisfeld ein zusätzlicher Bedarf an Hausärzten erwartet.

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Nach Feststellung des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen ergeben sich für den Stichtag 11. November 2025 insgesamt 36 hausärztliche und 39,25 fachärztliche Versorgungsaufträge im Kreis. Zum Vergleich: Am 6. Oktober 2020 waren noch 42,5 hausärztliche und 43 fachärztliche Aufträge dokumentiert. Damit zeigt sich ein kontinuierlicher Rückgang.

In den vergangenen fünf Jahren ging die Zahl der Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte, Chirurgen und Orthopäden, Frauenärzte sowie Hautärzte zurück. Stabil geblieben sind lediglich die Zahlen der Augenärzte, HNO-Ärzte und Urologen. Einen Anstieg verzeichneten hingegen die Nervenärzte und Psychotherapeuten. Auch im zahnärztlichen Bereich zeigt sich ein deutlicher Abwärtstrend: Die Zahl der Zahnärzte sank von 41 im Jahr 2020 auf 35 im Jahr 2025, bei den Kieferorthopäden von 2 auf 1.

Eine verlässliche Prognose zu altersbedingten Abgängen sei laut Landesregierung derzeit nicht möglich. Allerdings befinden sich 20 Haus- und Fachärzte sowie 17 Zahnärzte in der entsprechenden Alterskohorte, in der ein baldiger Ruhestand wahrscheinlich ist. Welche langfristige Entwicklung die medizinische und zahnmedizinische Versorgung insgesamt nehmen wird, könne das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie nicht seriös einschätzen.

Die Landtagsabgeordnete Nadine Hoffmann (AfD), die die entsprechende Kleine Anfrage beim Ministerium gestellt hatte, sieht akuten Handlungsbedarf: „Es besteht dringender Handlungsbedarf auf Landes- und Kreisebene, um die Versorgung zu sichern. Dazu zählt neben Landesprogrammen zur Neugründung auch das Angebot von Stipendien an angehende Human- und Zahnmediziner, etwa wie in Schmalkalden-Meiningen.“ Ein entsprechender Antrag werde derzeit im Gesundheitsausschuss des Landkreises beraten. Entscheidend sei zudem, den medizinischen Beruf insbesondere im ländlichen Raum attraktiver zu gestalten.