Ärger Baustellen: Muss das alles gleichzeitig sein?

Helmers gesperrt, Schwallungen in den Sommerferien auch, nun wird noch die Umleitungsstrecke K 84 kurzfristig gesperrt. Warum alles gleichzeitig? Das Landratsamt nimmt Stellung.

Oberflächenbehandlung am Freitag auf der K 84 zwischen Schwallungen und Zillbach. Foto: Landratsamt

Wer in Georgenzell oder Rosa wohnt, legt durch die aktuellen Umleitungen besonders viele Kilometer zurück. Die direkte Strecke Richtung B 19 und Schmalkalden über die L 1026 ist seit März durch den Ausbau der Ortsdurchfahrt in Helmers voll gesperrt. Seither führt der Weg über Eckardts, Zillbach und Schwallungen. Weil in Schwallungen aber während der Sommerferien die Werrabrücke wegen Kanalarbeiten gesperrt ist, kommt ein weiterer, etwa neun Kilometer langer Umweg über Wasungen dazu.

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Am Freitag funktionierte nun auch ein Stück der Umleitungsstrecke nicht mehr. Zwischen Schwallungen und Zillbach wurde die Oberfläche der Kreisstraße 84 behandelt und dafür voll gesperrt. Am Mittwoch, 23. Juli, soll das Stück zwischen Zillbach und Eckardts folgen. Die Umleitung führt dann noch weiter durch die Rhön. Manche versuchen es über das schmale Sträßchen zwischen Eckardts und Schwarzbach; wer Richtung Norden will, fährt gleich über Bad Salzungen.

Nicht nur in Rosa sorgt das für Frust. Nachdem Bürgermeister Silvio Hartmann diesen in einer Stellungnahme formuliert und vorübergehend in den Sozialen Medien veröffentlicht hatte, rief das Landratsamt am Donnerstag kurzfristig eine Videokonferenz mit Beteiligten ein. Es ging darum, Hintergründe zu erklären und um Verständnis zu bitten.

Bereits 14 Tage vor den Sommerferien sei auch der unteren Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt klar gewesen, „dass eine frühzeitigere und vorausschauendere Planung – insbesondere hinsichtlich der Tiefbauarbeiten im Kreuzungsbereich an der Werrabrücke in Schwallungen und der damit verbundenen Koordinierung mit der Baumaßnahme in Helmers – wünschenswert gewesen wäre“, teilt die Behörde nun dazu mit.

Doch „die Beteiligung zahlreicher Akteure, komplexe Fördermittelfristen und die damit verbundene enge Terminplanung zur rechtzeitigen Fertigstellung der Maßnahmen ließen eine Verschiebung der Arbeiten nicht mehr zu“. Auch mit Blick auf die Schulbusse habe man die Sommerferien für Sperrungen dieser Größenordnung als geeignet erachtet. Diesen Zeitraum nutze auch das Tiefbauamt des Kreises für die Instandsetzung der Oberflächen an der K 84 an zwei Tagen. Dies sei dringend notwendig. „Aufgrund der Wetterbedingungen wäre eine Verschiebung in die Herbstferien nicht sinnvoll gewesen.“

„Wir haben vollstes Verständnis für die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger und wissen, wie belastend die momentanen Sperrungen – gerade im Hinblick auf die weiträumigen Umleitungen – sind. Leider lassen sich manche Maßnahmen aufgrund der engen Zeitfenster und Förderbedingungen nicht beliebig verschieben. Wir arbeiten jedoch intensiv daran, die Einschränkungen für alle Betroffenen so gut wie möglich abzufedern und die Maßnahmen im Zeitplan durchzuführen“, betont Susanne Reich, Fachbereichsleiterin Ordnung und Sicherheit sowie erste Hauptamtliche Beigeordnete des Landkreises. Auch im Namen der Wasserver- und Abwasserentsorger bitte das Landratsamt um Verständnis dafür, „dass die Baumaßnahmen jahreszeitbedingt und fördermittelabhängig nur in ganz engen Zeitfenstern umgesetzt werden können“.

Rettungsdienste wissen Bescheid

Die Erreichbarkeit für Feuerwehr und Rettungsdienste sei trotz der Sperrungen gewährleistet. Dafür habe man Alarm- und Ausrücke-Ordnungen geändert sowie Vereinbarungen mit dem Wartburgkreis getroffen. Dienstleister und Baufirmen würden Einsatzfahrzeuge im Notfall passieren lassen. Außerdem seien die Leitstellen angehalten, insbesondere an den zusätzlichen Vollsperrungstagen bei Notfällen weitere Einsatzkräfte auch aus anderen Regionen mit zu alarmieren.

Um künftige Engpässe zu vermeiden, sollen alle beteiligten Stellen – Straßenbaulastträger, Wasser- und Abwasserbetriebe sowie Kommunen – künftig öfter an einem „Runden Tisch“ zusammenarbeiten. Der nächste Termin ist der 30. September, dann will man die Bauvorhaben für 2026 koordinieren.

Informationen über die Baustellen im Landkreis sind auch über die Website www.lra-sm.de sowie den Facebook-Kanal des Landratsamtes abrufbar.