Adventsnachmittag im „Stern“ Märchen in Tiefenorter Mundart

Regina Zwanzig
Hannelore Wölkner (links) mit ihrer Schwester Ursula Grammlich. Foto: Gisela Kaiser

Unterhaltsamer Adventsnachmittag im Tiefenorter „Stern“: Ursula Grammlich bot eine ganz besondere Fassung Grimmscher Märchen – ins „Deffertsche Platt“ übersetzt und in Reimform gestaltet.

In Tiefenort gibt es eine ganz besondere Fassung von vielen Märchen der Gebrüder Grimm. Mundartdichterin Ursula Grammlich hat sie in mehreren Jahren ins „Deffertsche Platt“ und in Reimform gesetzt. Sogar CDs gibt es davon. Zur Freude vieler stellte und stellt Ursula Grammlich zu Adventskonzerten und Seniorenveranstaltungen ihre Märchen gerne vor. Das Besondere dabei ist, dass sie jedes der Märchen auswendig, gereimt und mit „deffertschen“ Ausdrücken vorträgt. Und das im Alter von 85 Jahren.

Vor allem im Advent ist es eine tolle Gelegenheit, diese einzigartigen Märchen in einer gutbesuchten großartigen Veranstaltung im Tiefenorter Gasthaus „Zum Stern“ zu hören. Im liebevoll geschmückten Saal gab es noch eine sehenswerte Ausstellung: Die Stichelfrauen und Latschenflicker hatten ihre kunstvollen selbst gefertigten Werke, einschließlich Tiefenorter Tracht, ausgestellt. Da gab es einiges zu bewundern.

Der Tiefenorter Heimat- und Kulturverein als Organisator hatte vor Beginn der „Märchenstunde“ noch zu Kaffee und Kuchen eingeladen, von den fleißigen Frauen des Vereins selbst gebacken.

Der Saal war bis zum letzten Platz gefüllt und die Spannung greifbar, als es dann endlich losging. Hannelore Wölkner begrüßte die Gäste. Gemeinsam mit ihrer Schwester Ursula Grammlich sang sie „Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald“, viele Anwesende stimmten gleich mit ein. Die Märchenerzählerin hatte zu jedem der „Platt-Märchen“ noch eine Kurzform in Hochdeutsch als Lied verfasst, damit auch wirklich jeder wusste, um was es im Märchen ging. Jochen und Teresa Wölkner als hochtalentierte musikalische Begleitung spielten zu den Liedern auf Gitarre und Flöte und gefielen sehr mit wunderbar harmonischen Zwischenspielen auf der Flöte und auch auf der Harfe.

Man konnte eine Nadel fallen hören, so still war es, als Ursula Grammlich die Märchen vortrug: Aus dem Kopf erzählt, in Tiefenorter Mundart in gereimter Form und sehr ausdrucksstark. Es gab viel zu schmunzeln und zu lachen bei den „deffertschen“ Ausdrücken und den Lehren, die jedes Märchen am Schluss bereithielt. Der lang anhaltende Beifall zeigte, wie positiv alles beim Publikum ankam. Schnell verging so die Zeit bei den Märchen „Hänsel und Gretel“, „Hase und Igel“, „Schneewittchen“, „Die Bremer Stadtmusikanten“, „Hans im Glück“, „Frau Holle“, „König Drosselbart“ und „Der gestiefelte Kater“. Das Ganze war ein einmaliges Erlebnis – das konnte auch Steven Gebhardt, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins, abschließend feststellen, Blumen überreichen und allen Akteuren einen herzlichen Dank übermitteln. Einen schönen Abschluss bildete das von Jochen Wölkner angestimmte Weihnachtslied „O Tannenbaum“.

Für die Tiefenorter Senioren und jüngeren Gäste sowie für alle aus nah und fern Erschienenen war dies ganz sicher ein außergewöhnlich schöner Adventsnachmittag.

 

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