Advent in den Suhler Ortsteilen Märchenhaft und gemütlich

Die Vorweihnachtszeit in den Suhler Ortsteilen ist lebendig. Während in Gehlberg ein gemütlicher Hof-Advent gefeiert sind, verwandeln die Albrechtser ihren Mühlplatz in eine märchenhafte Weihnachtswelt.

Ein Adventsmarkt ohne gestrickte Socken von Rosemarie Leifer? Undenkbar für die Albrechtser und ihre Gäste. Am Samstag war die bald 85-Jährige daher natürlich wieder mit von der Partie. 36 Paar Socken hatte sie gestrickt, um sie beim traditionellen Adventsmarkt auf dem Mühlplatz an den Mann und die Frau zu bringen. „Ich stricke seit ich 20 Jahre alt bin. Das beruhigt mich“, erzählt Rosemarie Leifer. Sie stricke überwiegend am Abend, wenn das Tagwerk vollbracht ist. Vor allem die Fersen der Socken seien aber eine Herausforderung. „Da muss ich mich jedes Mal konzentrieren.“

Schon nach einer guten Stunde hat sie der Großteil der Handarbeiten verkauft. Die Socken sind sehr gefragt. „Weil sie so schön warmhalten“, weiß die Produzentin.

Sterne in Weihnachtsfarben

Nebenan hat Beate Deckert ihren Stand aufgebaut. Patchwork-Sterne in weihnachtlichen Rot- und Grüntönen liegen parat. „Ich verkaufe sie nur“, sagt die Händlerin. Ihre Mutter Hannelore Deckert näht sie – und das mit 84 Jahren noch immer leidenschaftlich gern. „Mir ist das zu kompliziert, denn das Muster muss ja stimmen, sonst sieht es komisch aus. Ich arbeite lieber mit Ton“, gesteht Beate Deckert. Weil ihre Mutter beim Adventsmarkt am Samstag mit dem Chor eingebunden sei, habe sie sich bereit erklärt, die Weihnachtsdekoration zu verkaufen.

Auch die Gehlberger sind am Samstag auf den Beinen. In der Garage und im Garten von Pia Wagner und ihrer Familie ist ordentlich Betrieb. Das Mitglied im Verein Weiberwirtschaft hat sein liebevoll dekoriertes Grundstück zur Verfügung gestellt, um einen heimeligen Hof-Advent zu feiern. „2019 haben wir damit angefahren und wollten daraus eine jährliche Tradition machen. Jedes Jahr sollte ein anderes Vereinsmitglied seinen Hof öffnen“, schildert die Gastgeberin. Doch dann verhinderte die Corona-Pandemie das gemütliche Zusammensein. Nun starten die Engagierten des Vereins neu.

In der Garage hat die Weiberwirtschaft einen Flohmarkt organisiert. Weihnachtliche Dekorationen gehen gegen eine Spende von Hand zu Hang. Glühwein und Soljanka wärmen die Besucher. „Die Einnahmen nutzen wir für die Verköstigung der Gäste bei den nächsten Feiern im Ort“, sagt Pia Wagner. Auch die Köhlerhütte im Webersgeräum, die die Weiberwirtschaft jedes Jahr an Himmelfahrt sehr erfolgreich bewirtschaftet, benötige mal wieder einen Anstrich.

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